23. März 2015 | Wirtschaft

Drei Mal feierlich

Nur wenige Steinwürfe entfernt vom Brandenburger Tor und dem Regierungssitz gab eine Verpackungsinstitution seinen Ruf an einen weiteren Veteran der Verpackung weiter. Der "Dieter Berndt Preis" wurde zum 1. Mal vergeben und das dvi adelte damit seinen 10. Deutschen Verpackungskongress und sein 25-jähriges Bestehen im Berliner Humboldt Carré. 

An der zweitägigen Veranstaltung vergangene Woche unternahm Thomas Reiner, Vorstandsvorsitzender des dvi Deutsches Verpackungsinstitut, alles, um der Verpackung ihren Mangel an Selbstvertrauen aufzuzeigen. Ein Industriezweig mit ca. 40 Mrd. Euro Anteil = 2 % am Bruttoinlandsprodukt habe dies nicht nötig, müsse besser agieren. Und natürlich gehört es zu Reiner´s Interessen diesen Mangel zu beheben.

Ganz so wie sein Schweigervater, der Ende 2013 verstorbene Prof. Dieter Berndt. Mit dessen Euphorie für viele Impulse für die Verpackungsbranche, für die Verpackungsingenieuresausbildung, das dvi und Berndt & Partner gesetzt wurden. D. Berndt kam mit Begeisterung, so Reiner, von Treffen mit dem damaligen Umweltminister Töpfer zurück und wollte dessen Arbeit annehmen: Die Verantwortung für produzierte Produkte einfordern über Verordnungen. Konkret mit der Verpackungsverordnung. Hier saß Prof. Berndt ab 1990 in den Gremien bei Töpfer, auch zur Kreislaufwirtschaft 1994.

Dr. Klaus Töpfer freute sich, als 1. Preisträger für diese Würdigung ausgelobt worden zu sein, obwohl, "hätte mir das vor 25 Jahren einer gesagt, dass ich den ersten Berndt Preis erhalte, hätte ich ihm eine schwere Gedankenlosigkeit unterstellt, ähnlich wäre für mich ein Preis überreicht durch die fossile Energiewirtschaft!" Der damalige Umweltminister sagte vor der Presse und der Verpackungswirtschaft damals besonders gerne, "ich muss mit einer Verordnung immer erst die Folterinstrumente zeigen, bevor etwas funktioniert". Hierzu jetzt in Berlin kein Wort, aber er konnte sich des Dankes durch weite Kreise der Nachhaltigkeit sicher sein (von den auf dem Kongress nicht vertretenen Entsorgern ganz zu schweigen).

Mymuesli - Idee vom See

Den flottesten und besten Vortrag lieferte nach Meinung der VR der Mitbegründer und CMO von mymuesli GmbH ab, das Startup 2007 liefert seitdem ein Paradebeispiel dafür ab, wie man hochsympathisch und niemals perfekt eine wunderbare Idee im Markt umsetzt. Hubertus Bessau ließ keine Anfangsschwierigkeit aus, von der Abfüllmaschine individueller Müslimischungen bis hin zur Wahl des sehr eigenen Packmittels, um den Weg zum heutigen Erfolg aufzuzeichnen.

Am Tag des Kongresses nahm das Unternehmen seine 18. Filiale in Betrieb, diesmal in Salzburg. Das Unternehmen wirbt mit 566 Billiarden verschiedenen Mischungen verpackt in einer Dose, eine "Idee am See" von drei jungen Gründern, so Bessau. Die Dose, 575 g mit Erstöffnungsgarantie, zunächst bodenseitig handbefüllbar und stabförmig rund, ist schon längst durch andere Packmittel und Produkte ergänzt. Kaffeemarken, Tee oder O-Saft in kurzen großen Dosen oder andere Produkte in Kunststoffbechern. Und das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 3 Mitarbeiter, die nur Packungsangaben machen!

In der VR Mai-Ausgabe erfolgt eine ausführliche Berichterstattung über dieses Branchenevent. Bestellen Sie Ihr kostenloses Exemplar unter vr@kepplermediengruppe.de

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