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Branchen-News


17. Juni 2010

Ampeln bleiben auf der Straße

Die Ernährungsindustrie in Deutschland begrüßt gestern die Entscheidung des Europäischen Parlaments, keine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel einzuführen. Die Vernunft habe sich durchgesetzt, Ampeln hätten auf Lebensmitteln nichts zu suchen. Die Verbraucher haben aber auch ein Recht auf eine aussagekräftige Nährwertinformation, äußerte sich Jürgen Abraham, BVE-Vorsitzender.

Die deutsche Ernährungsindustrie befürworte eine EU-weit einheitliche Kennzeichnung der Nährwerte von Lebensmitteln. Freiwillig haben die Unternehmen auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren ohnehin intensiv gearbeitet, sodass den Kunden umfangreiche Informationen schon heute zur Verfügung stünden. Angesichts der mittelständischen Struktur der Ernährungsbranche einerseits und der oft kleinen Verpackungen müssten die Angaben auf der Verpackung laut BVE aber überschaubar bleiben. Deshalb kritisiert der Verband den außerdem vom EU-Parlament beschlossenen Katalog der Nährwertinformationen: 10 verpflichtende Angaben zu den Lebensmittelbestandteilen und die Verpflichtung zur Angabe der „Guideline Daily Amounts“ (Richtwert für die Tageszufuhr) seien eindeutig zuviel. Das sei gerade für die kleineren Hersteller eine übermäßige Belastung, die zudem schwierig auf kleinen Lebensmittelverpackungen umzusetzen sei.

Einen Wermutstropfen in der Entscheidung des EU-Parlaments sieht die BVE in der Entscheidung, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel einzuführen. Zusätzliche Kosten und Umsetzungsprobleme entstünden damit vor allem bei Lebensmitteln, die aus mehreren Zutaten bestehen. Bei jeder Herkunftsänderung von Zutaten müssten neue Etiketten gedruckt und die Produkte im laufenden Produktionsbetrieb umetikettiert werden.