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Branchen-News


14. Juni 2012

Innovationen als Krisenhelfer

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 (1. April 2011 bis 31. März 2012) in einem nach eigenen Angaben unsicheren konjunkturellen Umfeld mit neuen Produkten, einer neuen Organisation und einer stabilen Finanzierung die Grundlage für eine nachhaltig profitable Zukunft gelegt. Ziel sei es, auch künftig die führende Position in einem neu strukturierten Marktumfeld innerhalb der Printmedien-Industrie auszubauen sowie die Entwicklungs-, Produktions- und Servicekompetenzen auch außerhalb der Branche erfolgreich zu vermarkten.

Die endgültigen Zahlen von Heidelberg zum Geschäftsjahr 2011/12 liegen im Rahmen der vorläufigen Berechnungen von Ende April. Trotz der schwachen Branchenentwicklung in der 2. Geschäftsjahreshälfte konnte ein Umsatz auf Vorjahresniveau erreicht werden. Die selbst gesteckten Ziele für das Berichtsjahr wurden aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen jedoch nicht erreicht. „Das Geschäftsjahr 2011/12 war vor allem in der 2. Jahreshälfte von großer Unsicherheit geprägt. Der positive Verlauf der Leitmesse drupa hat jedoch zeigt, dass das Vertrauen in der Branche wieder zunimmt und die Investitionszurückhaltung langsam abnimmt“, sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Heidelberg hat sich auf der Messe als Marktführer, Innovator und Integrator neuer Technologien eindrucksvoll präsentiert. Wir haben die richtigen Lösungen für die weltweiten Trends der Branche entwickelt und die passenden Anwendungen von strategischen Partnern eingebunden, und uns damit deutlich positiv vom Wettbewerb absetzen können.“

Der Auftragseingang lag mit ca. 2,56 Mrd. Euro um 7 % unter dem Vorjahreswert (2,76 Mrd. Euro). Im ersten Berichtshalbjahr übertraf das Bestellvolumen mit 1,33 Mrd. Euro noch leicht das Niveau des vorangegangenen Halbjahres. Im 2. Halbjahr schlugen sich jedoch die verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die auf die drupa zurückzuführende Investitionszurückhaltung im 4. Quartal in Bestellungen im Wert von 1,22 Mrd. Euro nieder. Mit insgesamt 2,6 Mrd. Euro lag der Umsatz im Berichtsjahr währungsbereinigt auf dem Vorjahresniveau (2,63 Mrd. Euro). Während die Umsatzentwicklung in den Industrieländern rückläufig war, konnte der Umsatz in den Schwellenländern erneut zulegen.

Schlechteres Ergebnis

Mit 3 Mio. Euro lag das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Sondereinflüssen trotz Einmalaufwendungen auf dem Niveau des Vorjahres (4 Mio. Euro). Belastend wirkte insbesondere laut Heidelberger eine höhere Risikovorsorge im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, die im Zuge des nach amerikanischem Insolvenzrecht laufenden „Chapter 11“-Verfahrens der Eastman Kodak Company notwendig wurde. Insgesamt fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere für das Effizienzprogramm Sondereinflüsse in Höhe von 142 Mio. Euro an, sodass das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit nach Sondereinflüssen minus 139 Mio. Euro (Vorjahr: 6 Mio. Euro) betrug. Das Finanzergebnis verbesserte sich im Berichtsjahr wie erwartet um 59 Mio. Euro auf minus 90 Mio. Euro (Vorjahr: minus 149 Mio. Euro).  Aufgrund des Steueraufwands lag der Jahresfehlbetrag bei minus 230 Mio. Euro (Vorjahr: minus 129 Mio. Euro). Insgesamt soll die Zahl der Mitarbeiter bis Mitte des Jahres 2014 auf unter 14000 gesenkt werden. Zum 31. März 2012 waren weltweit 15414 Mitarbeiter bei der Heidelberg Gruppe beschäftigt (Vorjahr: 15828 Mitarbeiter). 

Das Geschäftsjahr 2012/2013 werde nach Unternehmensangaben voraussichtlich durch die positiven Impulse von der drupa geprägt werden. Für das 1. Quartal im laufenden Geschäftsjahr geht das Unternehmen aufgrund des erfolgreichen Verlaufs der Fachmesse von einem Auftragseingang von über 800 Mio. Euro aus, und damit dem höchsten Wert seit vier Jahren. Das weltweite Druckvolumen steige leicht an und führe deshalb, wie auf der drupa gezeigt, zu Ersatzinvestitionen in den Industrieländern und zu Neuinvestitionen in den Wachstumsregionen. Heidelberg erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein deutlich positives Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Sondereinflüssen, das jedoch vor allem im 1. Halbjahr von anfallenden Kosten für die drupa und Produktanlaufkosten belastet wird. Die Messe werde zudem zu einer klaren Verschiebung der Umsätze in die zweite Geschäftsjahreshälfte mit entsprechend verbesserten Deckungsbeiträgen führen.

Intelligente Verpackungen oder gedrucktes Licht

Heidelberg will weiterhin die unbestrittene Nummer eins für den professionellen Druckdienstleister bleiben. Dieser werde in Zukunft vermehrt innovative Produkte für Verpackungen, Werbung und Geschäftssachen in Kleinauflagen, drucktechnisch attraktive Sonderanwendungen, Produktivität und Effizienz in den Standarddrucksachen, aber auch verstärkt eine höhere Integration ins Internet und Vernetzung der gesamten Druckproduktion benötigen. Das Lösungsangebot des Konzerns gelte es jetzt konsequent auszubauen, nicht nur durch effizientere Maschinen, die mit Offset-, Flexo- oder Digitaldruckverfahren oder auch kombiniert arbeiten werden, sondern auch durch erweiterte Dienstleistungen. Daneben sollen die Kompetenzen in der Entwicklung, Produktion und im Service komplexer Produktionssysteme und Anlagen konsequent genutzt werden, um auch andere Geschäftsfelder zu erschließen, wie zum Beispiel „funktionales Drucken“. Großes Potenzial bestehe im Bedrucken der unterschiedlichsten Oberflächen, Stichworte sind hierbei „gedrucktes Licht“, „intelligente Verpackungen“, „interaktive Printprodukte“ oder auch „3D-Druck“. In diesem Zukunftsmarkt entwickelt Heidelberg intensiv im Verbund mit anderen Technologieunternehmen.