Das im Juni 2012 gegründete Institut iP3 Leipzig will in der Branche den Wettbewerb beleben, zudem bringt es auf dem Gebiet der Drucktechnik hohe fachliche Kompetenzen mit.
Nachwuchs für die Verpackungsindustrie wird bekanntlich auch von der Fakultät Medien der Leipziger Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur (HTWK) „rekrutiert“. Prof. Eugen Herzaus Studiengang Verpackungstechnik dürfte demnächst noch stärker im Fokus der Forschung stehen: Letztlich dient etwa das Verpackungslabor nicht etwa dem Selbstzweck der Studenten. Regelmäßig sind die Leipziger an Forschungen beteiligt, optimierten zuletzt die Trocknungszeit von Hochglanz-Lacken und untersuchen derzeit die Verarbeitungseigenschaften von Folien und Kartonagen.
Innerhalb des „Institute for Printing, Processing and Packaging“ (iP3) der HTWK-Fakultät Medien kann sich auch dieser Studiengang mit fachlicher Kompetenz einbringen. Vor der Sommerpause fand die feierliche Gründungsveranstaltung in Anwesenheit des Dekans Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch statt. Das neue Institut will von der Druckvorstufe bis zur Verpackungstechnik die gesamte Prozesskette des Druckens abbilden und synergetische Effekte der Lehrgebiete zugunsten von Forschungs- und Industriepartnern sowie der Studenten nutzen. „Wir decken hier mit sieben Professuren den gesamten Workflow ab“, erklärt Institutsleiter Lutz Engisch, Professor für Werkstoffe, die bestehenden Studiengänge. Außerdem habe die Fakultät Medien hervorragende Absolventen und könne erfolgreiche Forschungsarbeiten an Themen rund um Druck und Verpackung vorweisen. Das Institut iP3 soll die interne Zusammenarbeit in eine feste, tragfähige Struktur überführen und nach außen sichtbar machen.
Das Professoren-Team
Neben Prof. Dr. rer. nat. Lutz Engisch (Werkstoffe und Werkstoffprüfung) gehören zum Team: Prof. Dr.-Ing. Michael Reiche (Medienvorstufe und Datenhandling), Prof. Dr. rer. nat. habil. Holger Zellmer (Druckformenherstellung), Prof. Dr.-Ing. Ulrike Herzau-Gerhardt (Druckverfahren und Druckprozesse), Prof. Dr. rer. nat. Frank Roch (Messtechnik und Qualitätsmanagement), Prof. Dr.-Ing. Inés Heinze (Bedruckstoffe und -veredelung) und Prof. Dr.-Ing. Eugen Herzau (Verpackungstechnik).
Folgende Themenbereiche sollen zunächst den Schwerpunkt der Forschungsarbeit bilden: Erzeugen von haptischen (3D-) Strukturen auf Druckprodukten: Verpackungen sollen sich angenehm anfühlen („feel & touch“); chemische und physikalische Wechselwirkungen zwischen Substrat und Verpackungsmaterial: Migrationsarmut und Nachhaltigkeit; Integration zusätzlicher Funktionen in Verpackungen: gedruckte Elektronik und „smart packaging“, Sicherheitsdruck und „brand protection“.
Aufgrund seines Drucktechnik-Profils steht das neue Institut teilweise im direkten Wettbewerb etwa mit der Forschungsgesellschaft Druck (Fogra) in München und dem Sächsischen Institut für die Druckindustrie (SID) in Leipzig. Beispielsweise untersuchen die Fogra-Fachleute derzeit Einflüsse auf die Ausprägung von Metallic-Effekten im Druck oder auch die Polymerisation von UV-Druckfarben zur Recycling-Verbesserung. Forschungsthema im SID sind unter anderem Messungen der Farb- und Lackschichtdicke transparenter Medien; die Schwestergesellschaft dieses Instituts kann bereits ein System zur UV-Härtungsmessung offerieren. Dennoch ist das neue Institut iP3 möglichen Kooperationen gegenüber offen: Engisch könnte sich die Mitarbeit in der Verbund-Forschung vorstellen.
(Frank Baier)