Das KIT intensiviert die Forschung an druckbaren organischen Solarzellen: In diesem Monat nimmt eine Forschergruppe um Dr. Alexander Colsmann vom Lichttechnischen Institut (LTI) ihre Arbeit auf. Ziel des auf 4 Jahre angelegten Projekts ist, den Wirkungsgrad organischer Solarzellen auf deutlich über 10 % zu steigern, berichtete chemie.de. Dazu verwenden die Forscher Tandem-Architekturen, die Solarzellen unterschiedlicher Absorptionsspektren miteinander kombinieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Forschergruppe den Angaben nach mit 4,25 Mio. Euro.
Leicht, flexibel, wahlweise semi-transparent und kostengünstig herzustellen – das sollen die Vorteile einer neuen Generation von Solarzellen sein: Organische Solarzellen (Kunststoff-Solarzellen) lassen sich durch einfache Druck- und Beschichtungsprozesse auf fast beliebig geformten Oberflächen aufbringen. So eröffnet die organische Photovoltaik neue Perspektiven vor allem für die architektonische Gestaltung von Gebäuden: Die Solarmodule lassen sich in Fassaden oder sogar Fenster integrieren. Auch für viele OEM-Applikationen im Automotive- oder Consumer-Bereich ergeben sich neue Möglichkeiten.
Kostengünstige Druckprozesse
Bei der Herstellung organischer Solarzellen kommen kostengünstige Druck- und Beschichtungsprozesse wie Tiefdruck, Siebdruck, Schlitzguss oder Sprühbeschichtung in kontinuierlichen Rolle-zu-Rolle-Beschichtungen zum Einsatz. Zugleich zeichnet sich die organische Photovoltaik durch eine sparsame Verwendung von umweltfreundlichen Rohstoffen, eine unproblematische Entsorgung sowie eine konkurrenzlos niedrige Energierücklaufzeit von wenigen Monaten aus, heißt es bei chemie.de weiter.
„Die Förderung von 4,25 Mio. Euro durch das BMBF betrachten wir als Bestätigung für die Qualität unserer Arbeit“, so Colsmann, der am Lichttechnischen Institut des KIT die Gruppe Organische Photovoltaik leitet. Unterstützung erhalten die KIT-Forscher vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam, vertreten durch Dr. Hartmut Krüger, und der University of Queensland/Australien vertreten durch Professor Paul Burn, die neue Materialien zur Herstellung organischer Solarzellen bereitstellen. Die Industriepatenschaft für das Projekt hat die Firma Merck KGaA übernommen.