Der Salzburger Bio-Getränkehersteller Bodengraf stellt nach eigenen Angaben Produkte aus 100 % natürlichen Zutaten und gänzlich ohne künstliche Zusätze her. Die füllt das Unternehmen bewusst in Aluminiumdosen ab. Man nutzt die Vertriebskanäle des Bio- und Naturkosthandels. "Wir haben dafür ganz klare Gründe und vertreten diese auch offensiv", so der Geschäftsführende Gesellschafter Josef Prantler in einem Brief an die VR:
"Mit Ixso und Ixso Kids stellen wir Bio-Getränke aus 100% natürlichen Zutaten ohne Zusatz von künstlicher Süße her. Die Entwicklung dauerte lange Jahre. Fast genau so lange beschäftigen wir uns mit der Verpackung. Im Bio-Handel und bei den Verbrauchern werden relativ kritiklos Plastik und Alu z. B. in Form von Deckeln, Schachteln oder innenbeschichteten Kartons verwendet. Presst man eine solche Folie aber in Dosenform, und mehr ist es nicht, gehen die Wogen oft hoch. Dabei hat Alu klare Vorteile. So reagieren Getränke aus rein natürlichen Zutaten ohne künstliche Zusätze sehr empfindlich auf Licht und Luft. Das beschränkt die Haltbarkeit. Für einen kleinen Bio-Hersteller wie uns ist die Haltbarkeit der Produkte aber ein überlebenswichtiger Faktor! Alu ist licht- und luftdicht. Das schützt den natürlichen Inhalt, allen voran die Vitamine.
Die Verpackung der gleichen Menge Flüssigkeit wiegt bei Glas oft mehr als 20 mal soviel wie aus Alu. Selbst wenn diese aus Primärrohstoffen gewonnen wird, ist der effektive Energieaufwand bei Alu dann oft nur die Hälfte. Aluminium lässt sich von allen Verpackungen am besten recyclen, nur 5 % des Energieaufwandes der Primärherstellung sind dafür nötig. Die Aumiumdose hat in Deutschland mit 96 % nachgewiesen die höchste Recycling-Quote aller Verpackungen. Unbestritten ist für mich, dass die Einweg-Glasflasche deshalb die schlechteste Ökobilanz hat. Und viele Flüssigkeiten werden darin verpackt. Die Mehrweg-Glasflasche dagegen hat aus meiner Sicht bis zu einer bestimmten Transportentfernung unbestritten die beste Ökobilanz. Wesentliche Faktoren sind Umlaufhäufigkeit und Entfernung vom Abfüllbetrieb. Transport und Reinigung der Flaschen bedeuten Aufwand an Energie, Wasser und Reinigungsmittel. Ab einer gewissen Transportentfernung schneidet deshalb auch hier die Aluminiumdose sehr gut ab. Und die entsprechende Entfernung ist einem großen Land wie Deutschland oft schnell erreicht: Abfüllort-Großhandel-Einzelhandel.
Obwohl es vielleicht nicht ganz `Mainstream` ist, haben wir uns aufgrund der natürlichen Zutaten unserer Produkte und der
durchschnittlich zu erwartenden Transportentfernungen auch aus ökologischer Sicht für Aluminium als Verpackung entschieden. Bis jetzt waren fast nur Getränke in Dosen, die man vielleicht nicht gerade für gesundheitlich förderlich halten könnte. Das hat sicher zu
einer Polarisierung beigetragen. Jetzt gibt es auch Produkte, wo diese Verpackung Sinn macht. Dass die Verbraucher leichte Verpackungen bei Getränken wünschen, hat sich die letzten Jahre deutlich gezeigt. Die Aluminiumdose ist die leichteste Verpackung für Getränke. Jede Verpackung hat aus unserer Sicht ihre Berechtigung. Wir denken, dass man Vorurteile überdenken und das Thema so differenziert sehen sollte, wie es ist. Uns gefällt es auch nicht, wenn eine Dose in der Botanik liegt. Aber auch nicht, wenn es Plastik oder eine Flasche ist. Qualitativ hochwertige und auch hochpreisige Produkte haben aber meist auch bewusstere Kunden, die den Müll dahin bringen, wo er hingehört und sinnvoll verwertet wird".
gez. Josef Prantler, Geschäftsführender Gesellschafter, Bodengraf GmbH & Co. KG, Hof bei Salzburg/A