23. Juli 2013 | Produkte

10 Dinge, die Sie über Migration wissen sollten (III)

In der Weihnachtszeit 2012 schreckte eine Nachricht die Verbraucher auf: Ausgerechnet in Adventskalendern, in der Weihnachtszeit zu Millionen verkauft, fanden sich in der Schokolade Rückstände von Öl, die aus der Verpackung in die Schokolade eindrangen. Die Meldungen in der Presse waren teilweise verwirrend und nicht selten einander widersprechend, der Begriff, der das Phänomen, das in diesem Fall offenbar vorgelegen hat, beschreibt, fiel in der öffentlichen Diskussion so gut wie überhaupt nicht: Migration.

Die Verpackungs-Rundschau hat dieses Thema immer wieder auch online aufgegriffen und präsentiert Ihnen nun eine Mini-Serie in lockerer Reihenfolge dazu aus unserer viel beachteten Rubrik "10 Dinge, die man wissen sollte über......", von unserem Autor Christian Lukas. Das Thema Migration steht auch auf der Agenda in der FachPack-Packbox, das dort in diesem Jahr von der VR in einer spannenden Diskussionsrunde aufgegriffen werden soll.
 

(III) Welche Gefahren können von Migration ausgehen?

Darüber streiten sich die Gelehrten und es kommt auf das Verpackungsmaterial an. Neben Mineralöl kann laut einer vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Auftrag gegebenen Studie eine enorme Zahl anderer, potenziell gefährlicher Stoffe etwa aus verwendetem Recyclingpapier auf die Produkte übergehen. „Die Forscher identifizierten mehr als 250 Substanzen, die aus den Kartons in die Lebensmittel übergehen können, darunter krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Klebstoffe, Weichmacher und Fotoinitiatoren“, erklärte Matthias Wolfschmidt, Stellvertretender Geschäftsführer des Vereins Foodwatch. Besonders bedenklich findet der studierte Tiermediziner, dass viele Stoffe gar nicht bestimmt und auf ihr Risiko hin überprüft werden konnten. „Der Recyclingprozess von Papier ist durch keinerlei normative Vorgaben für die Verwendung des Recyclates als Lebensmittelverpackung ausgerichtet. Grundsätzlich können damit buchstäblich alle Papiererzeugnisse von überall auf der Welt zu Lebensmittelverpackungen recycelt werden.“ Auf diesem Weg können auch Chemikalien, die für die Herstellung von Druckfarben benutzt werden, in den Herstellungsprozess von Lebensmittelverpackungen geraten.

Wird fortgesetzt, Teil I erschien am 12. Juni 2013, der Teil II am 19. Juni 2013.

 

Nützliche Links:

  • Den exakten Wortlaut der Verordnung 10/2011/EU findet man in Internet unter http://bit.ly/g0LRGt.
  • Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) veröffentlichte eine Studie mit dem Titel "Ausmaß der Migration unerwünschter Stoffe aus Verpackungsmaterialien aus Altpapier in Lebensmitteln". Sie wurde durchgeführt vom CVUA Stuttgart, CVUA Dresden, der TU Dresden und dem Kantonalen Labor Zürich (http://bit.ly/ZM8nws).
  • Das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz regelt in § 31 den Übergang von Stoffen auf Lebensmittel. Da heißt es unter Absatz 1: "Es ist verboten, Gegenstände als Bedarfsgegenstände (...) so zu verwenden oder für solche Verwendungszwecke in den Verkehr zu bringen, dass von ihnen Stoffe auf Lebensmittel oder deren Oberfläche übergehen, ausgenommen gesundheitlich, geruchlich und geschmacklich unbedenkliche Anteile, die technisch unvermeidbar sind." Nachzulesen ist das Gesetz in Gänze etwa auf der Website des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackung: http://www.ipv-ev.de/bilder/lmbg.pdf
  • Die Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik PMV der TU Darmstadt, untersuchte die Zusammensetzung der Kartonverpackungen im Dezember 2012 (VR-News v. 18.12.12). www.pmv.tu-darmstadt.de

 

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