12. Februar 2014 | Produkte

3D-Druck: Spekulationsblase?

2013 war ein hervorragendes Jahr für den 3D-Druck – die Aktienpreise an der Börse notierter Unternehmen stiegen auf das Doppelte und mehr, Tagungen zum Thema häuften sich, und die Medien waren voll davon.

Nach Ansicht des Beratungsunternehmens IDTechEx seien jetzt die meisten Analysten langsam nicht mehr so begeistert von diesem Sektor. Viele reden jetzt angesichts von Börsenkapitalisierungen, die das 50- oder 60-fache des Unternehmensertrages ausmachen, von einer Spekulationsblase und raten vom Erwerb dieser Aktien ab. Trotzdem würden wohl weitere Hersteller von 3D-Druckern an die Börse gehen.

Unternehmen im Fokus

Die Zahl der Fusionen und Akqusitionen werde wahrscheinlich sinken, da das Unternehmen 3D Systems schon genügend Probleme habe, ihre Vielzahl von Produktlinien im Griff zu behalten, so IDTechEx weiter, und jetzt zurückhaltender sein könnte. Der andere Anbieter Stratasys werde wahrscheinlich eine der zunehmende Popularität genießenden 3D-Metalldrucktechnologien erwerben, ähnlich wie 3D Systems' Akquisition des französischen Unternehmens Phenix Systems. Da EOS wohl außer Reichweite eventueller Übernahmen liege, könnten Firmen wie die German Concept Laser oder SLM Solutions eher das Ziel sein.

Mit dem Auslaufen eines vom Massachusetts Institute of Technology gehaltenen Patents für ein Tintenstrahl-Pulverbettverfahren in diesem Jahr werde man wahrscheinlich eine ganze Reihe neuer Unternehmen sehen, die diese Methode anwenden, bei der es sich um eines der einfacheren 3D-Druckverfahren handelt. Dies werde den Wettbewerb in diesem Bereich – gegenwärtig einer der teuersten 3D-Drucktechniken – verbessern, so die Einschätzung des Beratungsunternehmens.

Hewlett-Packard werde – nach seiner" Tändelei mit Stratasys" vor ein paar Jahren – dieses Jahr wieder beim 3 D-Druck einsteigen. Man weiß, dass die Firma schon am 3D-Druck mit Glas und Harzen arbeite, sich aber ziert, zu verraten, was sie anbieten werden.

Und zu guter Letzt, was bringt 2014 denn für den 3D-Druck für Verbraucher? Das lässt sich noch nicht so genau sagen, aber viele Analysten glauben, dass der Bereich zu sehr hochgejubelt wurde und dass bestimmt erst mehr in die Aufklärung von Verbrauchern investiert werden müsse bis der 3D-Druck im Alltag selbstverständlich werde. Käufer müssten erst mal wissen, warum in jedem Haus ein 3D-Drucker stehen sollte, mal abgesehen vom Drucken der überall zu sehenden Yoda-Köpfe.

Über IDTechEx

Das Unternehmen verfügt auch über ein Online IDTechEx Market Intelligence Portal mit ganzjährigen Marktinfos und unabhängige Analysen. Gegenwärtig werden folgende Themenkreise abgedeckt: gedruckte, flexible und/oder Großflächenelektronik und neue Materialien und Geräte.

 

Auch in Deutschland gibt es verschiedene neue Aktivitäten zum 3D-Druck, beim VDMA startet eine 3D-Druck-Plattform, die Papier- und Drucktechnik Anbieter wissen noch nicht so recht, wie sie das Verfahren für sich nutzen wollen.

nach oben drucken RSS-Feed