18. Februar 2014 | Produkte

Biotüten: Aufbau einer Bioökonomie?

Eine aktuelle Umweltbilanz für verschiedene Typen von Einkaufstüten ist jetzt verfügbar. Die Studie wurde gemäß den Standards für Ökobilanzierung ISO 14040/14044 erstellt und kritisch von Dekra Consulting, dem Öko-Institut e.V., dem Witzenhausen-Institut und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) geprüft, so European Bioplastics, die Interessenvertretung der europäischen Biokunststoffindustrie, Berlin.

Die Studie verglich Einkaufstüten aus Papier, herkömmlichen Kunststoff (Polyethylen, PE), 25 % recyceltem PE und eine Einkaufstüte aus biobasiertem und als kompostierbar zertifiziertem Kunststoff (PBAT/PLA). Der Fokus lag dabei auf dem potenziellen doppelten Nutzen der Einkaufstüten in Regionen, in denen Bioabfälle separat gesammelt und verwertet werden. Die Tüten werden daher mehrfach für Einkäufe genutzt und dann, in einem zweiten Schritt, für die Sammlung von Bioabfällen verwendet. Die Studie geht damit über einen einfachen Materialvergleich hinaus und trage dem Zusatznutzen von kompostierbaren Tüten Rechnung, welche eine saubere Bioabfallsammlung erleichtern.

Ökologische Vorteile bei organischen Abfällen

Die Ökobilanz stelle ökologische Vorteile der biobasierten und als kompostierbar zertifizierten Tüten im Vergleich zu Tüten aus Papier und konventionellem PE fest, etwa in den Kriterien Rohstoffverbrauch, Energieverbrauch und Emissionen, heißt es aus Berlin weiter. Den geringsten Flächenbedarf wiesen die PE-Tüten auf, gefolgt von der kompostierbaren Kunststofftüte auf Basis konventionellem PBAT. Die Papiertüte beanspruche den höchsten Flächenbedarf.

Darüber hinaus zeige die Studie, so die Interessenvertretung, dass die ökologischen Vorteile der kompostierbaren Tüte zunehmen, wenn sie konsequent für die getrennte Sammlung organischer Abfälle eingesetzt werde. Die Ergebnisse der Umweltbilanz zeigten: Einkaufstüten aus kompostierbarem Kunststoff könnten in Ländern, in denen organische Abfälle separat gesammelt werden, eine wichtige Rolle spielen für den Aufbau einer Bioökonomie und eines ressourceneffizienteren Europas.

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