28. Februar 2014 | Wirtschaft

K-Tragetasche: Verbot nicht zielführend

Der Verbrauch an Kunststofftüten in Deutschland ist im europäischen Vergleich gering. Außerdem werden die Tüten oft wiederverwendet und sind umweltschonend. So zitiert "BKV-Plattform für Kunststoff und Verwertung" eine Studie der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung anlässlich einer Dialogveranstaltung „Einweg-Tragetaschen“ des Umweltbundesamts. Auftraggeber waren die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, die BKV Beteiligungs- und Kunststoffverwertungsgesellschaft und der Handelsverband Deutschland (HDE).

6 Mrd. Kunststofftragetaschen wurden im Jahr 2012 in Deutschland in Verkehr gebracht. Das entspricht einer Gesamtmenge  von 86 Kilotonnen oder einem Verbrauch von 76 Tragetaschen/Einwohner/Jahr. Diese Werte sind den Experten zufolge erheblich niedriger als der europäische Durchschnitt, der bei 198 Stück/Einwohner /Jahr liege. Tragetaschen haben der Studie nach einen Anteil von 3 % am Verbrauch von Kunststoffverpackungen oder 0,17 % am Aufkommen von Siedlungsabfällen. Die Studie weise aus, dass 48 % aller Tragetaschen wiederverwendbar sind und 72 % der Endverbraucher die Tragetaschen mehrfach nutzen.

Von der EU vorgeschlagene Eingriffe wie ein Verbot von Kunststofftragetaschen mit einer Folienstärke unter 50µm sind laut der GVM-Studie nicht notwendig und auch nicht zielführend. Die Experten befürchten dann vielmehr das Ausweichen der Kunden auf Tragetaschen mit höherer Wandstärke. Auch spielten Kunststofftüten bei der Verschmutzung von Landschaften oder Gewässern kaum eine Rolle: 99 % werden in Deutschland verwertet.

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