13. November 2017 | Produkte

3D-gedruckte Greifer für Verpackungsmaschinen

Igus
3D-gedruckte Kunststoffgreifer aus dem Tribo-Kunststoff sorgen für Kosten- und Zeitersparnis.
Quelle: igus GmbH

Greift der Adler ein Beutetier, passt er seinen Krallengriff blitzschnell der jeweiligen Größe an. Von dieser Flexibilität kann die Verpackungsindustrie manchmal nur träumen. Ihre Metallgreifer sind meist auf ein einziges Format beschränkt. Für einen Produktwechsel dauert es daher oft Wochen, bis der passende Greifer gefertigt ist. Günstiger und schneller geht es nach Angaben des Herstellers igus, Köln, mit robusten und leichten Kunststoffgreifern aus Tribo-Filamenten. Sie kommen direkt aus dem 3D-Drucker.

Seit 2015 bietet igus tribologisch-optimierte 3D-Druck Filamente für den 3D-Druck an. Liegen die CAD-Daten eines Produktes vor, ist es ein Leichtes, dieses im additiven Verfahren zu fertigen – und zwar aus selbstschmierenden Hochleistungskunststoffen.

In 10-12 Std. gedruckt

Die Carecos Kosmetik GmbH sah sich mit folgendem Problem konfrontiert: Stand ein Produktwechsel an, musste er neue Greifer für die Verpackungsmaschinen anfertigen lassen. Das Fräsen eines Greifers aus Aluminium kostete nicht nur bis zu 10.000 Euro/Exemplar, sondern dauere auch 6 Wochen, so die Kölner. Die Lösung: Der Verpacker hat mit dem tribologisch-optimierten iglidur I150 Filament ein stabiles Material für den 3D-Druck gefunden, mit dem ein Greifer innerhalb von 10 bis 12 Stunden gedruckt werden könne.

Einsparung von Kosten und Herstellungszeit

Das Unternehmen probierte den 3D-Druck der Greifer zunächst mit Standardkunststoffen wie ABS und PLA aus. Die Druckvorgänge lieferten jedoch keine zufriedenstellenden Resultate. Daher wandte sich Carecos an igus und setzte mit iglidur I150 nun ein schmier- und wartungsfreies Tribo-Filament ein, das auf Reibung und Verschleiß optimiert ist. Aufgrund des Filaments im 3D-Druck konnte das Unternehmen gegenüber der zuvor gewählten Formate aus Aluminium bis zu 85 % der Kosten und 70 % der Herstellungszeit einsparen, so der Kunststofexperte weiter.

Igus bietet daneben fünf weitere Filamente für den Druck von Verschleißteilen in unterschiedlichsten Einsatzszenarien an. Die Hochleistungskunststoffe seien im Vergleich zu Standardmaterialen wie Polylactid bis zu 50mal verschleißfester und können auf allen handelsüblichen 3D-Druckern verarbeitet werden.

Redigiert von Norbert Sauermann

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