10. Januar 2019 | Recycling

Verbote für die Kunststofftragetasche

Biokunststoffe wollen in Tütenmarkt
Zertifizierte kompostierbare Tüten.
Quelle: Victor Group

Während hierzulande Kunststofftragetaschen im Einzelhandel durch eine Selbstverpflichtung nur noch kostenpflichtig abgegeben werden dürfen, werden die sie in einigen Ländern nach und nach gesetzlich verboten.

Nachdem beispielsweise in Frankreich und Italien bereits Verbote herrschen, hat Österreich beschlossen, Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff ab 2020 zu verbieten. Etwas schneller ist Südkorea, wo es großen Supermärkten und Einzelhändlern (etwa 2000 Filialen großer Discounter und 11.000 Supermärkte mit Verkaufsflächen von 165 m² oder mehr) bereits jetzt verboten ist, Einwegtüten auszugeben. Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 2700 US-Dollar.

Welche Alternativen sind denkbar?

Als Folge der Bepreisung von Kunststofftragetaschen bieten deutsche Supermärkte vermehrt Papiertragetaschen an. Die Herstellung von Papier ist, trotz des nachhaltigen Rohstoffs Holz, energieintensiver als die Kunststoffproduktion. Auch aus diesem Grund konzentriert sich die Wirtschaft auf die Entwicklung intelligenterer und recyclingfähiger biogener Kunststoffe sowie die Stärkung des Rezyklateinsatzes und der Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe.

„Wir produzieren Biofolien aus Stärke. Man darf nur nicht der Illusion unterliegen, dass das die Lösung für alle ist. Dafür brauchen wir Mais- oder Kartoffelstärke. Da bräuchten wir vier, fünf Mal unseren Planeten, weil wir so viel Getreide anbauen müssten, um den Bedarf zu decken“, sagt Peter Oswald, Chief Executive Officer des globalen Verpackungs- und Papierunternehmens Mondi.

Das Unternehmen geht davon aus, dass bis zum Jahr 2025 rund 26 Mrd. weniger Kunststofftragetasche  im Jahr auf den Markt kommen als derzeit. Davon würden 5 Mrd. künftig durch Papiertragetaschen und der Rest durch Mehrweglösungen ersetzt.

Redigiert von Thobias Quaß

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