13. Juni 2019 | Recycling

Abbaubarkeit von Kunststofftragetaschen richtiggestellt

Die biologische Abbaubarkeit von Kunststoffen und insbesondere Tragetaschen ist aktuell ein heißes Thema. In diesem Kontext publizierten Imogen Napper und Richard Thompson von der Universität Plymouth eine Studie zu den Umweltbeeinträchtigungen von Kunststofftragetaschen. Diese wurde laut C.A.R.M.E.N. e.V. (das Centrale Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk) partiell falsch zitiert.

Biologische Abbaubarkeit oft nur industriell

Die meisten Beutel sind auch nach drei Jahren im Boden oder Meer noch nahezu intakt. Der Autor der Studie, Prof. Dr. Richard Thompson bestätigte gegenüber dem Verbund kompostierbare Produkte, dass ausschließlich die kompostierbare Tüte im Meer vollständig desintegriert war und auch im Boden begonnen hatte sich zu zersetzen. Diese Abbaubarkeit war zuvor medial in Zweifel gezogen und falsch zitiert worden.

Zertifiziert kompostierbare Bioabfallbeutel sind generell nicht für den Abbau im Boden oder Meer entwickelt worden. Diese Beutel sind zum biologischen Abbau in industriellen Kompostierungsanlagen bestimmt. Konventionelle Kunststoffe können durch Additive nicht biologisch abbaubar gemacht werden. PE-Tüten, welche diese Additive enthalten und als „oxo-abbaubar“ vermarktet werden, verrotten nicht. Diese Produkte zerfallen lediglich, der Kunststoff bleibe als Mikroplastik bestehen.

Studienziele

Ziel der Studie war herauszufinden, was mit verschiedenen Kunststofffolien geschieht, wenn sie unsachgemäß in der Natur entsorgt (Littering) oder deponiert werden. Für die Studie wurde das Verhalten unterschiedlicher nicht zertifiziert biologisch abbaubarer, oxo-abbaubarer, zertifiziert kompostierbarer und herkömmlicher Kunststofftragetaschen an der Luft, im Boden und in Meerwasser nach 9, 18 und 27 Monaten untersucht.

Redigiert von Thobias Quaß

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