19. Mai 2017 | Wirtschaft

Wellpappe: Alarmiert durch steigende Papierpreise

Die Mitglieder des Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW), Darmstadt, sind alarmiert durch die Entwicklung der Papierpreise in den ersten vier Monaten 2017. „Die Preise für unseren wichtigsten Rohstoff Wellpappenrohpapier steigen seit Anfang des Jahres kräftig an“, sagt Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des VDW. „Da die ohnehin seit Jahren rückläufigen Durchschnittserlöse für Wellpappenprodukte gleichzeitig weiter sinken, verschärft sich die wirtschaftliche Lage unserer Mitglieder zusehends.“

Gründe für die von den Zulieferern derart kompromisslos durchgesetzten Preiserhöhungen gebe es laut Verband mehrere. Demnach sorge die positive Absatzentwicklung in nahezu der gesamten europäischen Wellpappenindustrie für eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Wellpappenrohpapieren. Diese bestehen zu 80 Prozent aus Altpapier, dessen Preise sich – je nach Sorte – seit Januar 2016 verdoppelt haben.

Recycling-Rohpapier verteuert ebenfalls

In der Folge verzeichnen die Wellpappenhersteller seit Februar 2017 Preiserhöhungen bei den Recycling-Rohpapieren, die sich bis Ende April auf bis zu 80 Euro/t summiert haben. „Das entspricht einer Preissteigerungsrate von rund 17 % für unseren wichtigsten Rohstoff, der etwa 50 % unserer gesamten Produktionskosten ausmacht“, so der VDW-Vorsitzende. Denn auch bei primärfaserbasierten Wellpappenrohpapieren kam es aufgrund teils schlechter Verfügbarkeit zu deutlichen Preisaufschlägen. Im 1. Quartal 2017 betrugen diese für braunen Kraftliner insgesamt 50 Euro. „Wenn die zum 1. Mai fest angekündigten Preiserhöhungen um weitere 50 Euro realisiert sind, kommen wir auch bei den Frischfaserpapieren auf eine Steigerungsrate von fast 16,5 %“.

Auskommen kaum möglich

Dem gegenüber stünde eine negative Erlösentwicklung bei den VDW-Mitgliedern. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank der durchschnittliche Preis/m² in den ersten 3 Monaten 2017 um 0,8 %. Damit setzt sich der Negativtrend aus 2016 fort, in dessen Jahresverlauf sich die Durchschnittserlöse für Wellpappenerzeugnisse im Vergleich zu 2015 um 0,5 % verringerten.

„Zwar steigt die Menge der Wellpappenprodukte, die unsere Mitglieder absetzen, seit Jahren stetig“, sagt Würth. „Aber den seit 2012  tendenziell deutlich steigenden Papierpreisen steht im gleichen Zeitraum ein durchschnittlicher Erlösrückgang für Wellpappenprodukte gegenüber. Die Kosten-Erlös-Schere öffnet sich immer weiter, womit für unsere Mitglieder ein auskömmliches Wirtschaften kaum noch möglich ist.“

Redigiert von Norbert Sauermann

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