04. Dezember 2018 | Packstoffe + Packmittel

Leserbrief: Ist Holzfaserfolie Cellophan?

Leserbrief: Ist Holzfaserfolie Cellophan?
Prof. Dr. Horst-Christian Langowski
Quelle: IVV

Die Aussagen in der VR-Nachricht `Alnatura: Statt Alu: Bio-Schokolade in Holzfaserfolie` („Ein weiteres Beispiel sind die Bio-Schokoladen, bei denen die Hessen auf umweltverträglichere Verpackungen setzen: Bis Mitte 2019 werden die Verpackungsfolien der Alnatura Schokoladen von Alufolie auf Holzfaserfolie umgestellt. 6 t Alufolie könnten damit pro Jahr eingespart werden.“) fand ich doch etwas kryptisch.

Was ist denn „Holzfaserfolie“? Etwa die gute alte Cellulosefolie von Anno 1912? Eine kleine Recherche ergibt: Vivani, ein Schokoladenlieferant von Alnatura, setzt seit 2015 NatureFlex als Folienmaterial ein. Das ist in der Tat das gute alte Cellophan, hergestellt von Futamura, in einem Prozess, der sich vom Grundprinzip her nur unwesentlich vom historischen Vorbild unterscheidet.

Was man von einem Produktionsprozess halten soll, der mit Schwefelkohlenstoff, Natriumhydroxid und Schwefelsäure arbeitet und dessen CO2-Bilanz bei genauem Hinsehen etwa um den Faktor 2 schlechter ist als eine flächengleiche BOPP-Folie, ist eigentlich ziemlich klar. Leider fällt immer wieder jemand darauf herein.

Prof. Dr. Horst-Christian Langowski
TU München
Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt
Lehrstuhl für Lebensmittelverpackungstechnik
Institutsleitung Fraunhofer IVV

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Redigiert von Norbert Sauermann

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