07. Dezember 2018 | Personalien

„Gemeinsam stark und erfolgreich!“

Interview mit Geschäftsführer Patrick Stöber über die aktuellen Entwicklungen bei der Stöber Antriebstechnik

Patrick Stöber, Geschäftsführer der STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG, im Interview
Patrick Stöber, Geschäftsführer der STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG, im Interview auf der SPS IPC Drives in Nürnberg.
Quelle: STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG

Herr Stöber, wie lief für Sie die SPS IPC DRIVES? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Die SPS IPC DRIVES hat sich in den vergangenen Jahren als die für uns wichtigste Messe des Jahres etabliert. Insofern sind unsere Erwartungen immer sehr hoch. Wir waren dieses Jahr erstmals in der neuen Halle 3A und dort mit einem vergrößerten Stand unter dem Motto „better safe than sorry“ präsent. Mein Kollege Matthias Meyering, Leiter Product Management Electronics, hielt in den Foren einen interessanten Fachvortrag zum Thema „Sicheres Bremsenmanagement in der Praxis“. Die Resonanz war durchweg positiv. Insgesamt hatten wir auf der Messe viele spannende Gespräche und interessante Kontakte. Meine Erwartungen wurden demnach mehr als erfüllt.

In Nürnberg haben Sie das neue Sicherheitsmodul SE6 erstmals dem Fachpublikum präsentiert. Mit dieser Neuentwicklung lässt sich der flexible Stand-Alone-Antriebsregler SD6 ausstatten. Können Sie mit wenigen Worten die Vorteile erläutern, die Anwender davon haben? Und wie heben Sie sich damit von Wettbewerbern ab?

Es gibt eine ganze Reihe von Vorteilen, viele davon heben sich von Wettbewerbsprodukten ab. Dazu gehören ein sicheres Bremsenmanagement für schwerkraftbelastete Vertikalachsen entsprechend den Anforderungen der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Anm. d. Red.) oder eine extrem geringe Reaktionszeit. Daraus ergibt sich eine optimale Raumnutzung durch reduzierte Sicherheitsabstände. Dazu kommt die Sicherheitskategorie SIL3 PL e (Kat. 4) für alle Sicherheitsfunktionen. In der Regel bietet unser Wettbewerb diese Kategorie nur für die Funktion „STO“ an. Darüber hinaus sind unsere Kunden durch herstellerneutrale Schnittstellen in der Konstruktion der Maschine flexibler. Sie können die für sie optimale Wahl an Motoren, Encodern und Kabeln treffen. Ganz zu schweigen von unserem benutzerfreundlichen Service-Konzept. Ist der Tausch eines Gerätes einmal notwendig, können unsere Kunden nach dem Motto „SD Karte tauschen, bestätigen und gut“ ohne lästige Neuparametrierung sofort weiter produzieren.

Wie kam Ihre Innovation auf der SPS an, wie haben die Standbesucher reagiert?

Patrick Stöber spricht über Antriebsregler
Patrick Stöber: „Mit dem Antriebsregler SD6 kombiniert mit dem Sicherheitsmodul SE6 haben wir eine flexible Lösung auf den Markt gebracht.“
Quelle: STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG
Die genannten Features unserer Sicherheitstechnik haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Wir bekamen ein sehr gutes Feedback. Insbesondere das Thema „sicheres Bremsenmanagement“ ist auf großes Interesse gestoßen. Mit dem Antriebsregler SD6 kombiniert mit dem Sicherheitsmodul SE6 haben wir eine flexible Lösung auf den Markt gebracht, die stark an der Praxis unserer Kunden ausgerichtet ist und für nahezu jeden Fall passt. Wir haben viele neue Projekte bereits besprochen und werden diese in den kommenden Monaten umsetzen.

Was hat Sie motiviert, das Sicherheitsmodul SE6 zu entwickeln?

Der SD6 von Stöber
Der SD6 von Stöber ist ein flexibler Stand-Alone-Antriebsregler, der sich für komplexe, auch sicherheitsrelevante Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet.
Quelle: STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG
Maschinen und Anlagen werden heute immer flexibler und produktiver. Gleichzeitig steigen die Anforderungen, um das Bedienpersonal nicht zu gefährden. Gute Sicherheitstechnik in unserem Sinn schützt gezielt nach den Vorgaben der Norm, bietet schnelle Reaktionszeiten, hohe Verfügbarkeit und ist in der Bedienung einfach, schnell und unkompliziert. Das war unser Anspruch. Mit dem Antriebsregler SD6 mit integriertem Sicherheitsmodul SE6 geben wir unseren Kunden maximale Sicherheit, eine große Funktionsvielfalt auf höchstem Sicherheitsniveau und mehr Flexibilität in der Konstruktion und Bedienung der Maschine. Damit können die Anforderungen entsprechend den Normen und der DGUV sicher, effizient und wirtschaftlich realisiert werden.

Sie haben dabei mit Pilz zusammengearbeitet. Wie kam es zu dieser Kooperation?

Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen mit Pilz zusammen. Uns verbindet eine ähnliche DNA: Der Name Pilz steht für technologischen Anspruch und ist ein Synonym für die Sicherheitstechnik. Wir beherrschen Antriebstechnik. Da war es nur konsequent, dieses Projekt gemeinsam anzugehen.

Besteht die Zusammenarbeit auch weiterhin?

Auch zukünftig gibt es Ansätze für weitere Zusammenarbeit. Würden wir alles selber machen, könnten wir in der heutigen Zeit nicht mehr bestehen. Eine Vernetzung von Marktteilnehmern untereinander wird mehr und mehr notwendig. Ein Trend, den auch die Digitalisierung verstärkt. Wir fördern diese Zusammenarbeit in der Überzeugung, dass wir gemeinsam stärker und erfolgreicher sind. Es erweitert den Horizont und führt zu spannenden Synergien. Zudem ist es schön, gemeinsam zu lernen und zusammen zu wachsen. Das ist ein wichtiges Element dafür, weiterhin Kundennutzen zu generieren und für Wettbewerbsvorteile zu sorgen.

Wie ist das neue Produkt in Ihre langfristige Strategie eingebunden?

Unser Ursprung liegt in der mechanischen Antriebstechnik und war traditionell eher komponentenlastig. Seit vielen Jahren sind wir bereits auch in der elektrischen Servo-Antriebstechnik zu Hause. Durch die in unserem Haus vorhandene Kompetenz – sowohl in der mechanischen als auch in der elektrischen Antriebstechnik – wollen wir uns zukünftig noch mehr auf die Maschinenbewegung als Ganzes konzentrieren und unser Systemgeschäft deutlich ausbauen. Das integrierte Sicherheitsmodul SE6 ist ein wichtiger Baustein hierfür.

Welche Chancen erwarten Sie durch diesen Wandel? Welche Vorteile ergeben sich für Ihre Kunden?

Die erhöhten Anforderungen an die Produktivität und die damit einhergehende Weiterentwicklung der Technologie auf der einen und der viel zitierte Fachkräftemangel auf der anderen Seite führen zu einem Vakuum bei vielen Maschinenbauern. Wir versuchen, dies durch unsere Kompetenz auszugleichen. Unseren Kunden bieten wir eine ganzheitliche Beratung für ihre Maschinenbewegung. Sie können damit sicher sein, die optimale Bewegungslösung zu erhalten, ohne dafür selbst viele Ressourcen zu benötigen. Außerdem haben Kunden den Vorteil, dass sie nur einen Ansprechpartner sowohl für die mechanische als auch die elektrische Antriebskomponente haben. Das erspart lästiges Hin- und Herschieben von Verantwortung, sollte etwas nicht auf Anhieb funktionieren.

Wohin geht für Stöber die Reise und was können Ihre Kunden künftig erwarten?

Unsere Reise in Richtung Systemanbieter habe ich bereits beschrieben. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die verstärkte Einbindung der Digitalisierung. Ich spreche an dieser Stelle bewusst nicht von „Industrie 4.0“. Für mich ist dieser Begriff irreführend und zu „deutsch“. Für meinen Geschmack beschränkt er sich zu sehr auf Produktion und Fabrik. Das angelsächsische „Internet of Things“ trifft es für mich besser. Das Internet spielt eine zentrale Rolle in der zukünftigen Entwicklung. Seien es Services, die wir unseren Kunden in der täglichen Zusammenarbeit bieten oder tatsächlich Produktfeatures. Damit decken wir alles ab. Wir sind hier in einigen Bereichen unterwegs, teils noch experimentell. Das ist für mich ein wichtiger Ansatz, zukünftigen Kundennutzen zu generieren und für langfristig wertvolle Kundenbeziehungen.

Redigiert von Maren Oellerich

nach oben drucken RSS-Feed