24. Juni 2019 | Recycling

Abbaubare Kunststofftragetaschen richtig kennzeichnen

Das Bundesumweltministerium hat den EU-Entwurf zur Kennzeichnung biologisch abbaubarer Kunststofftragetaschen abgelehnt. „Wir sind erleichtert, dass wir das Bundesumweltministerium in dieser Frage auf unserer Seite haben“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), das Antwortschreiben der zuständigen Abteilungsleiterin Dr. Regina Dube.

Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einem „Entwurf des Durchführungsrechtsaktes zu Etiketten und Kennzeichnungen für biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststofftragetaschen“, wonach biologisch abbaubare Einkaufs-/Tragetaschen aus Kunststoff EU-weit für die Eignung einer industriellen Kompostierung und gegebenenfalls Eigenkompostierung mit einem Label gekennzeichnet werden sollen.

Materialien nicht überall für die Kompostierung zugelassen

Dr. Dube begrüßt in einem Schreiben an die federführende Bundesgütegemeinschaft Kompost ausdrücklich, dass sich die Verbändeinitiative gegen den vorgelegten Entwurf positioniert hat.

Wörtlich schreibt sie: „Die vorgesehene Kennzeichnung (…) 'suggeriert', dass diese Materialien in allen Mitgliedstaaten für die Kompostierung zugelassen sind. Dies ist aber in Deutschland und anderen Mitgliedstaaten (…) nicht der Fall.“ Dr. Dube weist darauf hin, dass es zudem nach Artikel 21 der geänderten Abfallrahmenrichtlinie den Mitgliedstaaten freigestellt ist, ob sie biologisch abbaubare Verpackungen gemeinsam mit Bioabfällen sammeln und verwerten.

Vorschlag erst mal zurückgestellt

Das Bundesumweltministerium sieht ebenfalls die Gefahr, dass die vorgeschlagene Kennzeichnung der unsachgemäßen Entsorgung von Kunststofftragetaschen Vorschub leistet. Schließlich führen biologisch abbaubare Kunststoffe wegen nicht hinreichender Abbaubarkeit in den praxisüblichen Kompostierungszeiten häufig zu einer optischen Verunreinigung des Kompostes, die eine Vermarktung erschwert, heißt es in dem Schreiben.

Dem bvse zufolge sorgte die Kritik dafür, dass die Europäische Kommission den Entscheidungsvorschlag zurückgestellt hat und zuerst einmal eine Evaluierung der Situation in den Mitgliedstaaten vornimmt.

Redigiert von Christiane Lingrön

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