13. Mai 2018 | Packstoffe + Packmittel | Exklusiv

Startup LiquiGlide will das Ketchup-Problem lösen

Das Startup LiquiGlide will das Ketchup-Problem lösen

Das Problem dürfte jedem bekannt sein: Den letzten Rest aus der Ketchup-Flasche zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Ähnliches gilt auch für andere Inhalte von Tuben und Flaschen wie beispielsweise Zahnpasta oder Cremes - etwas verbleibt stets in der Verpackung, das nur schwer genutzt werden kann.

Nicht wenige Kunden spülen die Verpackungen aus, um die noch enthaltenen Lebensmittelreste vielleicht zu Soße zu verarbeiten oder schneiden die Tuben auf, um noch etwas Creme zu retten und staunen dann, wieviel zum Vorschein kommt. Oftmals landet der eigentlich noch gute Inhalt einfach im Müll. Global gesehen und auf alle vergleichbaren Produkte übertragen, ergibt sich daraus ein riesiger Berg an bezahlten, aber ungenutzten Ressourcen.

Für den Lebensmittelkontakt geeignet

Das US-Startup LiquiGlide hat zur Lösung solcher Probleme eine dauerhaft glatte Oberfläche erfunden, die zu Verpackungen verarbeitet werden kann, an denen dann keine Rückstände mehr haften bleiben. Das Material besteht aus einer festen Textur, in die eine Flüssigkeitsschicht eingearbeitet ist. Auf diese Weise bleibt die Oberfläche stets feucht und glatt, wodurch der Inhalt der Verpackung einfach und vollständig herausfließen kann.

Da die Technologie von der US-Gesundheitsbehörde FDA geprüft wurde, sei eine Verwendung im Lebensmittel- und Kosmetikbereich unbedenklich. Besonders wichtig ist, dass die Technik mit beinahe allen Flüssigkeiten funktioniert - von Ketchup über Shampoo bis hin zu Erdöl und anderen Chemikalien.

Verpackungshersteller testen bereits

Entwickelt wurde das Verfahren am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Der Ansatz erwies sich dann als so vielversprechend, dass wenig später die Ausgründung erfolgte. Inzwischen hat LiquiGlide auch das Interesse von namhaften Invest-ren auf sich gezogen, so dass dem Startup eine Finanzierung in Höhe von 16 Mio. Dollar verkündet wurde.

Gleichzeitig testen bereits verschiedene Verpackungshersteller aus aller Welt das Material.

Theoretisch könnte die entwickelte Oberfläche aber noch für viele weitere Anwendungen genutzt werden, wie ultraschnelle Snowboards oder im klinischen Bereich. Aktuell fokussiert sich das Startup selbst aber auf den Verpackungssektor. Das langfristige Ziel dabei ist, die Menge an nicht genutzten Ressourcen zu verringern.

 

Von Dr. Monika Kaßmann

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