10. August 2017 | Produkte | Neuheit

Wellpappe von der Wiese

Graspapier / Graswellpappe
Die Schalen sollen das Migrationsrisiko von MOSH und MOAH ausschließen und ökologisch wie ökonomisch sinnvoll sein
Quelle: Rewe

C.E.Schweig hat eine nachhaltige Verpackungsalternative für die Bio-Marke „Ja! Natürlich“ der Rewe Österreich realisiert. Dabei war der sinnvolle Einsatz von lästigem Grasabfall die Grundidee des Projektes „Graswellpappe“. Statt ausschließlich Zellstoff für Verpackungen zu nutzen, kann künftig Gras in ökologischen Verpackungen verarbeitet werden. Während der übliche Zellstoff aus Bäumen gewonnen wird, die über mehrere Jahre wachsen müssen, wird das Gras mehrmals im Jahr gemäht. Neben Treibhausgasen, Energie und Abwasser spart die Technologie auch noch Rohstoffe und hat verbesserte Eigenschaften zu bieten, so das Unternehmen.

Kleine Produktionsansätze mit Vollpappe für Schuhkartons und Papieren für Papiertüten waren schon realisiert worden, als C.E.Schweig in ihrem Technologiescreening das Konzept und die dahinterstehende Firma Creapaper aufspürte. Die Verpackungsentwickler waren für ihren Kunden „Ja! Natürlich“ auf der Suche nach einem nachhaltigen Material für Obst- und Gemüseschalen im Industriemaßstab. Die Schalen sollten das Migrationsrisiko von MOSH und MOAH ausschließen, ökologisch und ökonomisch sinnvoll sein und auch bei der Durchfeuchtung mit Kondenswasser nicht unbrauchbar werden.

Energiesparend und schadstofffrei

Aktuell besteht die Graswellpappe aus 40 % Gras und 60 % FSC-zertifiziertem Zellstoff. Das Gras stammt laut den Machern aus extensiv bewirtschafteten Ausgleichsflächen, die bisher nicht genutzt und für die Gewinnung von Graspapier nun sinnvoll eingesetzt werden können. Die Grünflächen werden nicht gedüngt oder chemisch behandelt.

Chemie wird auch bei der Herstellung der Rohpapiere gespart, da das Gras nur getrocknet und zu Pellets verdichtet wird. Der chemische „Aufkochprozess“ wie zur Herstellung von Zellstoff oder zur Aufbereitung von Altpapier nötig, wird so vermieden. Folgerichtig spart die Verwendung von Graspapier / Graswellpappe Energie, Brauchwasser, Treibhauspotential und Chemie. Das Verpackungsmaterial soll frei von Schwermetallen und für den direkten Kontakt mit der Haut als dermatologisch unbedenklich zertifiziert sein.

Redigiert von Norbert Sauermann

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