22. Mai 2019 | Packstoffe + Packmittel

Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion,

seit ca. 4 Wochen laufe ich sonntags Vormittag ca. 2 Stunden die Straßenränder meines Wohnortes ab! Ein kleines Nest bei Sinsheim.

Im Anhang erhalten Sie Bilder vom eingesammelten Müll. Pfandpflichtige-u. freie Aludosen, Plastikflaschen, Glasflaschen, Fast-Food-Verpackungen massenhaft diese to-go-Becher, Druckertoner und ganz ganz viel Zigarettenschachteln! Die Millionen Zigarettenstummel noch nicht mitgezählt! Und das Mähwerk vom Straßenbauamt zerschreddert alles in kleinste Teilchen, die man mit Fingern fast nicht mehr greifen kann.

Warum mache ich das?

Ich bin Vater von zwei Kindern und möchte, soweit es in meiner Macht steht, ihnen eine noch lebenswerte Umwelt hinterlassen. Aber bei den Mengen von Müll, die überall herumliegen und eigentlich ein "Wertstoff" sind, den man wiederverwerten könnte, ein Kampf wie gegen Windmühlen! Über Ihre Artikel von Recycling kann ich nur lachen - alles blanke Theorie! Begleiten Sie mich einfach mal bei Sammeln oder beginnen bei Ihnen am Ort selbst!

Maik Hontschik, Sinsheim

Kommentar dazu von Prof. Dr. Helmut Maurer, Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt

Produktpolitik muss Nachhaltigkeitskriterien integrieren

Auf Europäischer Ebene wurden die Weichen klar in Richtung Abfallvermeidung und mehr Recycling gestellt.

Die von der Kommission vorgeschlagene Richtlinie über Einmalkunststoffe geht unter anderem den Weg über sehr ambitionierte Quoten für die getrennte Sammlung von PET-Flaschen und untersagt den Marktzugang für bestimmte Wegwerfartikel aus Plastik, die besonders Gewässer verschmutzen.

Weitere Maßnahmen sind aber kurzfristig erforderlich, die eine effektive und drastische Verringerung von Plastikabfällen weltweit bewirken. Eine ambitionierte Produktpolitik, die den Marktzugang künftig an strenge Nachhaltigkeitskriterien knüpft und die Klimabelastung in den Produktpreisen abbildet, könnte hier wirksame Abhilfe schaffen!

nach oben drucken RSS-Feed