20. November 2018 | Wirtschaft

Wellpappe drücken hohe Papierpreise

Wellpappe drücken hohe Papierpreise
Die Entwicklung der Papierpreise drückt der Welle auf die Stimmung
Quelle: VDW

Die Mitglieder des Verbandes der Wellpappen-Industrie haben im 3. Quartal 2018 insgesamt 1,995 Mrd. m² Wellpappe abgesetzt (+20 Mio. geg. 2. Q). In der Summe beläuft sich der Absatz zwischen Januar und September 2018 auf 6 Mrd. m². Das entspreche im arbeitstäglich bereinigten Vergleich zu den ersten 3 Quartalen des vergangenen Jahres einem Zuwachs von 2,9 %.

Senken der Prognose

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liege der Absatz  in der arbeitstäglichen Betrachtung bei -0,9 %. „Die Wellpappenindustrie verzeichnet damit zum ersten Mal seit Sommer 2016 einen leichten Rückgang des arbeitstäglichen Wellpappenabsatzes. Das zu Beginn des Jahres erwartete Absatzwachstum von 3,9 % werden wir wohl nicht erreichen“, sagte Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des VDW Verbandes Wellpappen-Industrie.

„Auch wir müssen unsere Wachstumsprognose etwas senken.“ Trotzdem bleibt er für die verbleibenden Wochen des Jahres optimistisch, denn „die derzeitige Mengenentwicklung ist auch auf den absatzstarken Vergleichszeitraum in 2017 zurück zu führen“, so Dr. Wolfrum.

Kostenseite macht Sorgen

„Die Rohstoffkosten bleiben auf konstant hohem Niveau“. Nach Euwid-Index stiegen allein die Papierpreise seit Jahresbeginn insgesamt um 4,7 %. „Die im gleichen Zeitraum erzielten Erlöszuwächse unserer Mitglieder in Höhe von 4,2 % konnten diesen Kostenanstieg nicht kompensieren“. Richtig einordnen lasse sich die Kostendramatik bei den Rohstoffen jedoch erst bei Betrachtung des Zeitraums ab Januar 2017. „In den vergangenen 22 Monaten stiegen die Papierpreise laut Index um insgesamt 23,2 %, wogegen unsere Mitglieder ihre durchschnittlichen Erlöse lediglich um 9,7 % steigern konnten. Eine erneute Erhöhung der Papierpreise würde innerhalb dieser kritischen Lage zu weiteren gravierenden Belastungen unserer Mitglieder führen.“

Dies sei vor allem vor dem Hintergrund zu sehen, dass es im Jahresverlauf auch in weiteren Kostenbereichen zu teils erheblichen Steigerungen kam. Beim Personal, dem mit 21 % zweitgrößten Kostenblock nach den Rohstoffen (53,3 %), griffen im Frühjahr die tariflichen Erhöhungen um 2,1 %. Die Frachtraten stiegen laut Preisindex der VerkehrsRundschau seit Jahresbeginn um 4,6 % und der Börsenpreis für Strom legte im selben Zeitraum gar um 87,2 % zu.

Redigiert von Norbert Sauermann

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