27. Februar 2018 | Packstoffe + Packmittel

Kreislaufwirtschaft: Europas großer Schritt

Quelle: Grüner Punkt

Auf europäischer Ebene stehen zwei wichtige Prozesse für die Kreislaufwirtschaft kurz vor dem Abschluss. Die Verhandlungsteams des Parlaments und der Ratspräsidentschaft hatten sich in „informellen Trilogverhandlungen“ gemeinsam mit der Kommission bereits Ende Dezember 2017 auf Kompromisse für die Europäische Abfallrahmenrichtlinie (Waste Frame Directive, WFD) und die Europäische Verpackungsrichtlinie (Packaging and Packaging Waste Directive, PPWD) geeinigt.

Nach der Zustimmung des Ausschusses der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten (AStV) am 23. Februar 2018 sind die Kompromisse heute auch vom zuständigen Umweltausschuss des EU Parlaments ohne Änderungen gebilligt worden, teilt die DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG ebenfalls heute mit. Im nächsten Schritt, voraussichtlich am 16. April, so die Grüne-Punkt-Firma weiter, werde der Kompromiss im Plenum des EU Parlaments formell abgestimmt. Im Nachgang dazu werde der Rat die Kompromisse voraussichtlich ohne Debatte annehmen. Nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU treten die neuen Richtlinien in Kraft und die Phase der Umsetzung auf nationaler Ebene beginnt.

Höhere Recyclingziele

Beide Richtlinien sehen deutlich höhere Recyclingziele für die verschiedenen Abfallarten vor:


•    Verpackungen: Bis 2025 sind 65 %, bis 2030 70 % der im jeweiligen Mitgliedstaat anfallenden Verpackungen zu recyceln. Übergangsfristen von bis zu 5 Jahren und Abweichungen von höchstens 15 % für eines der Materialziele oder aufgeteilt auf zwei Ziele sind möglich. Dabei darf keines der Recyclingziele unter 30 % fallen. Das Recycling von Glas und Papier darf 60 % nicht unterschreiten.


•    Kunststoffverpackungen: Bis 2025 sind 50 %, bis 2030 55 % der im jeweiligen Mitgliedstaat anfallenden Kunststoffverpackungen zu recyceln.


Zudem sollen die Recyclingziele für Verpackungen bereits 2024 überprüft und möglicherweise erhöht werden.

Umsetzung in nationales Recht

Grundsätzlich sollen die Mitgliedstaaten bis 2024 die erweiterte Produzentenverantwortung (EPR) für alle Verpackungen einführen und dafür Systeme einrichten. In Deutschland gibt es ein solches duales System bereits seit 1991. Die Richtlinien müssen in nationales Recht umgesetzt werden und haben daher auch Auswirkungen auf Deutschland.

„Das Circular Economy Package ist ein großer Schritt für die europäische Kreislaufwirtschaft und bestätigt uns in unseren Bemühungen in Deutschland“, betont Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts. „Insbesondere begrüße ich die ambitionierten Recyclingziele, die auf die europäische Abfallhierarchie einzahlen. Wir müssen uns in Europa dafür einsetzen, Abfälle zu vermeiden und, wenn das nicht möglich ist, sie zu recyceln und damit die Materialien im Kreislauf zu halten.“ Weiter betont M. Wiener: „Europa will die Deponierung von Abfällen beenden – verbessertes Recycling und höhere Quoten sind dafür wichtige Schritte.“

Mehr zum Circular Economy Package unter der http-Seite //ec.europa.eu/environment/circular-economy/index_en.htm

Redigiert von Norbert Sauermann

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