06. September 2018 | Unternehmen & Märkte

Kaffeekapsel aus Papier statt Aluminium

Papierkapsel aus kompostierbarer Zuckerrohrfaser
Papierkapsel aus kompostierbarer Zuckerrohrfaser
Quelle: Velibre GmbH

Getränkekapseln sind in aller Munde, denn sie verursachen riesige Abfallberge aus Kunststoff oder Aluminuim. Das Bremer Startup Velibre will mit seiner Innovation den Kapselmarkt nun gehörig aufwirblen: Mit den ersten kompostierbaren Getränkekapseln aus Papier. Einzelne Kapselkomponenten seien bereits nach dem Standard DIN EN 13432 für rückstandsfreie Kompostierbarkeit zertifiziert.

Als Ganzes befindet sich die Papierkapsel aktuell im DIN-Zertifizierungsverfahren, das die Gartenkompostierbarkeit via Heimkompost oder brauner Tonne prüft, wodurch sie biologisch abbaubar wäre. Auf diese Weise entsorgt, sollen sich die Kapseln wie Pflanzenschalen innerhalb kürzester Zeit auflösen. Herkömmliche Aluminiumkapseln müssen über das Duale System der Wiederverwertung zugeführt und dementsprechend sachgemäß in die gelbe Tonne, den gelben Sack oder sonstigen Recyclingsystemen entsorgt werden.

Großes Interesse der Branche

Das Startup stellt die Kapseln laut eigenen Aussagen beim weltweit größten Produktionspartner für Kaffeekapseln her, weshalb keine neue Technik für die Massenfertigung benötigt werde. Aktuell vertreibt das Unternehmen die mit Bio-Kaffee gefüllten Kapseln über die eigene Homepage. Perspektivisches Ziel des Anbieters sei es, die Kapseln auch anderen Getränkeherstellern anzubieten. Laut Aussage des Unternehemens habe man schon mehrere Übernahmeangebote auf dem Tisch gehabt. 

Im Zuge der bekannten Verpackungs- und Entsorgungsproblematik sowie dem im nächsten Jahr inkrafttretenden neuen Verpackungsgesetz mit seinen strengeren Wiederverwertungszielen für Kunststoffe (zunächst 58,5%, ab 2022 dann 63%) und Aluminium (ab 2019 80%, von 2022 an 90%) sei Brachenkennern zufolge das Interesse an natürlich abbaubaren Papierkapseln nachvollziehbar.

Redigiert von Thobias Quaß

nach oben drucken RSS-Feed