18. Dezember 2018 | Recycling

Ambitionierte Kunststoffrecyclingziele bis 2025

Der effiziente und verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen gewinnt in der deutschen Kunststoffverpackungsbranche sowohl unter ökologischen als auch ökonomischen Aspekten eine immer größere Bedeutung. Unter Schirmherrschaft der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen soll dieser Aspekt noch ambitionierter angegangen werden.

Ziel: 1 Mio. t Recyclingmaterial

Bis 2025 sollen in Deutschland mindestens 1 Mio. t Recyclingmaterial oder nachwachsende Rohstoffe zur Produktion von Kunststoffverpackungen eingesetzt werden.  Allerdings sei dafür eine höhere Akzeptanz von Rezyklaten in der ganzen Wertschöpfungskette notwendig. „Wenn Handel und Markenartikelhersteller den Einsatz von Rezyklaten und nachwachsenden Rohstoffen deutlich stärker akzeptieren und nachfragen als dies heute der Fall ist, kann die Kunststoffverpackungsindustrie innovative und nachhaltige Verpackungslösungen anbieten“, so IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Bruder. Nach aktuellem Stand setzten die deutschen Hersteller bereits 400.000 t Rezyklat bei der Produktion von Kunststoffverpackungen ein. Die EU Kommission fordert für 2025 den Einsatz von insgesamt 10 Mio. t Rezyklat bei der Verpackungsproduktion in Europa.

Ziel: 90 % Recycling- oder mehrwegfähige Haushaltsverpackungen

Bis 2025 sollen mindestens 90 % der Haushaltsverpackungen recycling- oder mehrwegfähig sein. Bezogen auf die Mengen im Gelben Sack und aus der PET-Getränkeflaschen-Sammlung sei das bis heute mehr als 75 %. „Wir halten die von uns angestrebten 90 % nicht nur für realistisch, sondern auch für ökologisch sinnvoll“, erläutert IK-Geschäftsführerin Dr. Isabell Schmidt. „Zum einen können wir als Verband keine 100 %-Vorgabe für den Gesamtmarkt machen, in den auch viele verpackte Produkte aus dem Ausland importiert werden. Zum anderen muss man sich bewusst machen, dass sich die notwendigen Anpassungen bei manchen Verpackungen gesamtökologisch sogar negativ auswirken können, da mehr Material gebraucht wird.“

Schon heute erste Erfolge

Im Rahmen des Pilotprojektes mieteten die Mitglieder des IK-Arbeitskreises PET-Schalen gemeinsam mit einem Hersteller von optischen Sortiereinheiten eine Sortierlinie an. Das Recycling von PET-Schalen galt bislang mangels entsprechender Sortier- und Recyclingtechnologien als schwierig. Allerdings konnten aus 30 t der gemischten PET-Fraktion aus den dualen Systemen (gelber Sack/gelbe Tonne) klare Mono-PET-Schalen aussortiert werden. Diese wurden im Anschluss von einem PET-Recyclingbetrieb zerkleinert, gewaschen und zu Flakes aufbereitet. Schließlich nutze eine IK-Mitgliedsfirma die Flakes zur Produktion von PET-Folie für neue PET-Schalen.
1 Mio. t Recyclingmaterial für Kunststoffverpackungen bis 2025
1 Mio. t Recyclingmaterial für Kunststoffverpackungen bis 2025
Quelle: IK
Mindestens 90% der Haushaltsverpackungen sollen bis 2025 recycling- oder mehrwegfähig sein
Mindestens 90% der Haushaltsverpackungen sollen bis 2025 recycling- oder mehrwegfähig sein
Quelle: IK

Redigiert von Thobias Quaß

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