14. November 2018 | Recycling

Wofür steht welches Umwelt-Siegel?

Siegel können helfen, schnell umweltfreundliche Produkte zu identifizieren. Doch wer blickt angesichts der Fülle verschiedener Label noch durch? Einen Einblick erhalten sie in diesem Beitrag.

Blauer Engel

Blauer Engel
Blauer Engel
Quelle: Blauer Engel

Produkte und Dienstleistungen, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet werden, sind umweltfreundlicher als vergleichbare, konventionelle Produkte und Dienstleistungen. Für jede Produktgruppe gibt es spezifische Kriterien, die die mit dem Blauen Engel gekennzeichneten Produkte und Dienstleistungen erfüllen müssen. Dies können je nach Produktgruppe zum Beispiel das Verbot gefährlicher Chemikalien oder ein geringer Energieverbrauch sein. Um dabei die technische Entwicklung widerzuspiegeln, überprüft das Umweltbundesamt alle drei bis vier Jahre die Kriterien. Den Blauen Engel gibt es für 120 verschiedene Produktgruppen.

Der Blaue Engel wird durch vier Institutionen getragen:
Die Jury Umweltzeichen ist das unabhängige Beschlussgremium des Blauen Engel.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ist Zeicheninhaber.
Das Umweltbundesamt entwickelt die fachlichen Kriterien der Vergabegrundlagen des Blauen Engel.
Die RAL gGmbH ist die Zeichenvergabestelle.

EU Ecolabel

EU Ecolabel
EU Ecolabel
Quelle: Europäische Kommission

Das freiwillige Zeichen EU Ecolabel kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen, die geringere Umweltauswirkungen haben als vergleichbare Produkte. Das Label gibt es für 34 verschiedene Produktgruppen. Das Spektrum reicht von Reinigungsprodukten über Elektrogeräte, Textilien, Schmierstoffe, Farben und Lacke bis zu Beherbergungsbetrieben und Campingplätzen.

Das Zeichen ist das in allen Mitgliedstaaten der EU, aber auch von Norwegen, Liechtenstein und Island anerkannte Umweltzeichen. Zeicheninhaber des EU Ecolabels ist die EU Kommission.

FSC-Label

FSC-Label
FSC-Label
Quelle: Forest Stewardship Council (FSC)

Das FSC-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) gewährleistet, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger und umweltgerechter Waldbewirtschaftung stammt.

Das Label findet sich auf Holz- und auf Papierprodukten. Bei Papierprodukten kann es hingegen irreführend sein, denn meistens befindet es sich auf Papierprodukten aus Frischfasern. Das Umweltbundesamt empfiehlt generell, Recyclingpapier zu verwenden, welches durch den Blauen Engel gekennzeichnet ist. Außerdem enthält der Blaue Engel auch Anforderungen an den Herstellungsprozess des Papiers. Zum Beispiel dürfen gesundheits- oder umweltgefährdende Chemikalien im Prozess nicht eingesetzt werden.

Das FSC-Siegel wird von den großen Umweltverbänden wie WWF und Greenpeace unterstützt.

PEFC-Label

PEFC-Label
PEFC-Label
Quelle: PEFC Deutschland

Das PEFC-Siegel des PEFC Council (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) garantiert, dass das verwendete Holz überwiegend aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommt. Das Label findet sich auf Holz- und auf Papierprodukten. Bei Holzprodukten ist das PEFC-Siegel empfehlenswert, da es zu ökologischen Verbesserungen beim Anbau und beim Handel von Holz beiträgt.

Das Umweltbundesamt kritisiert allerdings die nicht ausreichende Kontrolle der Einhaltung der Kriterien. Die Siegelvergabe erfolgt nur auf Basis einer Selbstauskunft, teilweise für ganze Waldregionen. Kontrollen erfolgen nur stichprobenartig.

Wie beim FSC-Label gilt auch hier, dass es sich bei Papierprodukten meist auf Produkten aus Frischfasern befindet und anders als beim Blauen Engel keine Anforderungen an den Herstellungsprozess vorhanden sind.

Mehrwegzeichen

Mehrwegzeichen
Mehrwegzeichen
Quelle: Arbeitskreis Mehrweg GbR
Das Mehrwegzeichen garantiert, dass die Flasche zum umweltfreundlichen Mehrwegsystem gehört. Im Arbeitskreis Mehrweg haben sich Organisationen aus dem Umwelt- und Naturschutz sowie führende Verbände der deutschen Getränkewirtschaft zusammengeschlossen.

TCO-Label

TCO-Label
TCO-Label
Quelle: TCO Development
Das Label ist ein schwedisches Qualitäts- und Umweltsiegel mit weltweiter Bedeutung. Geprüft wird Benutzer- und Umweltfreundlichkeit des Produktes als auch des Herstellungsprozesses.

Holz von Hier

Holz von Hier
Holz von Hier
Quelle: Holz von Hier gGmbH

"Holz von Hier" hat zum Ziel, eine regionale und nachhaltige Holzproduktion und Holzverarbeitung zu fördern. Voraussetzung für die Vergabe des Labels ist deshalb, dass das gesamte Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Der Nachweis erfolgt über ein FSC-, PEFC- oder ein anderes gleichwertiges Zertifikat. Zudem muss das Holz kurze Transportwege vom Wald über alle Verarbeitungsschritte bis zum fertigen Produkt aufweisen. Labelinhaber ist die 2012 gegründete "Holz von Hier" gemeinnützige GmbH.

Wichtig: Das Logo zeigt nur an, dass der betreffende Betrieb Mitglied im Qualitätsverbund "Holz von Hier" ist und sich dessen Zielen verpflichtet fühlt. Der Betrieb kann aber sowohl zertifiziertes als auch nicht zertifiziertes Holz verkaufen. Der Nachweis am Produkt erfolgt deshalb zusätzlich über eine produktspezifische Urkunde mit einer eindeutigen ID-Nummer, die auch die Rückverfolgbarkeit des Holzes auf der Website des Labelgebers ermöglicht.

Bio-Siegel (EU/Deutschland)

Bio-Siegel (EU/Deutschland)
Bio-Siegel (EU/Deutschland)
Quelle: EU-Kommission

Das EU-Bio-Logo kennzeichnet Lebensmittel, die aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft stammen. Die Vergabekriterien der Kennzeichnung richten sich nach den aktuellen Bestimmungen gemäß der EG-Bio-Verordnung (EWG) 91/2092 zum ökologischen Landbau.

Das deutsche Bio-Siegel kann zusätzlich zum EU-Bio-Logo und freiwillig auf der Verpackung angebracht sein. Es ist bezüglich der Anforderungen mit dem EU-Bio-Logo identisch.

Flustix-Siegel

Flustix-Siegel
Flustix-Siegel
Quelle: Flustix
Das Verbrauchersiegel soll Verbrauchern eine zuverlässige Orientierung beim plastikreduzierten Einkauf bieten. Die Produkte werden von dem unabhängigen Flustix-Labor geprüft und zertifiziert. Ein Produkt gilt nach den Richtlinien dann als plastikfrei, wenn es höchstens 0,5% Kunststoff-Kontamination enthält. Hierbei gibt es unterschiedliche Kennzeichnungen: Plastikfreies Gesamtprodukt, ohne Mikroplastik, plastikfreie Verpackung und plastikfreies Produkt.

Redigiert von Norbert Sauermann

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