06. März 2019 | Packstoffe + Packmittel

GKV: Kunststoffverarbeitung legt zu

Roland Roth
Roland Roth, Präsindent des GKV
Quelle: GKV

Aller negativen Berichte zum Trotz präsentiert der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) in seiner Jahreswirtschaftspressekonferenz am Aschermittwoch im Frankfurter Hotel Intercontinental ein solides Wachstum der Kunststoffverarbeitung in Deutschland für das Jahr 2018. GKV-Präsident Roland Roth und Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt berichteten vom im vergangenen Jahr um 3,1 % gewachsenen Branchen-Gesamtumsatz auf einen neuen Rekordwert von 65,7 Mrd. Euro.

Insgesamt wurden 2018 hierzulande ca. 14,8 Mio. t (Vj. 14,4 Mio. t) Kunststoffe verarbeitet, davon 4,5 Mio. t allein für die Verpackung (+2,7 %). Der Umsatz hier lag bei 15,18 Mrd. Euro (+ 3,2 %). Hier sorgten insbesondere Getränkeflaschen und Verschlüsse durch den sehr warmen Sommer für einen überdurchschnittlich steigenden Anteil. Möllenstädt merkte an dieser Stelle vor dem Plenum an, dass die Branche viele neue Projekte im Recycling angestoßen habe und „das Interesse an Rezyklaten spürbar zunimmt“. Diese Entwicklung werde weitergehen.

Hauptaugenmerk: Nachhaltigkeit

Im Rahmen der Pressekonferenz wurden auch aktuelle politische Herausforderungen angesprochen. Der Fokus: Die wachsende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen und dem Einsatz von Kunststoffrezyklaten. „Aus Sicht unserer Branche stellen Kunststoffabfälle in allen Phasen des Produktlebenszyklus Wertstoffe dar.“ Allerdings seien nicht alle in der Diskussion befindlichen Alternativen ökologischer und der generelle Verzicht auf Kunststoff sei durch die vielfältigen, teils systemrelevanten, Anwendungen kaum möglich.

Dahingehend wies Roth auf die Bedeutung internationaler Aktivitäten zur Eindämmung des Eintrags von Kunststoffabfällen in die Umwelt, speziell im asiatischen Raum, hin und regte an, dass alle Akteure darüber nachdenken müssten, auf welche Kunststoffprodukte man zweifelsohne verzichten könne.

Kunststoff-Bashing

Roth klagte aber auch, dass "der Handel Kunststoff-Bashing betreibe, ohne darauf zu verweisen, welche Vorteile" ihm Kunststoffe für sein Geschäft brächten. Den Kunststoffverarbeitern ginge es trotz Umweltdiskusion noch gut. Biopolymere seien immer ein Thema, jedoch vor verschiedenen Szenarien oft als Alternative nicht haltbar, so Roth.

Auf Anfrage der VR zur Problematik der Multilayer bei ihrer Trennung im Recycling und deren weiterer Einsatz als Lebensmittelverpackung antwortete Dr. Jürgen Bruder, IK Hauptgeschäftsführer. Die Verpackung verfolge zwei viel versprechende Studien, u. a. mit neuen Polyolefinen als Multilayerersatz. EVOH bleibe die Sperrschicht, Metallisierung oder SIOx seien weiter im Gespräch.

Ausblick 2019

Auch für das Jahr 2019 erwartet die Branche weiteres Wachstum, allerdings sei die Wachstumserwartung mit +2 % durch die Eintrübung der Lage wichtiger Kundenindustrien, beispielsweise der Automobilindustrie, eher gedämpft.

Von Thobias Quaß

nach oben drucken RSS-Feed