20. Februar 2019 | Packstoffe + Packmittel

Was 2019 für lebensmittelsichere Verpackungen wichtig wird

Klebstoffhersteller Henkel erwartet für das Jahr 2019, dass vor allem zwei Themen die Diskussion um sichere Lebensmittelverpackungen prägen werden: die Entwicklung  nachhaltigerer Verpackungen und deren Auswirkung auf die Lebensmittelsicherheit sowie neue Gesetze in verschiedenen regionalen Märkten.

So sind beispielsweise in Indien, China und Japan neue Normen zur Regulierung von Verpackungsmaterialien in Kraft getreten oder geplant. „Die Weltkarte der Lebensmittelsicherheitsvorschriften wird immer komplexer. Deshalb wenden sich unsere globalen Kunden immer häufiger an uns“, sagt Dr. Monika Tönnießen, Manager Product Safety and Regulatory Affairs bei Henkel. „Internationale Marken können es sich nicht leisten, für Kunden in verschiedenen Regionen unterschiedliche Standards anzuwenden – nicht zuletzt mit Blick auf die Umsetzbarkeit im Produktionsprozess.“

„Weltkarte der Vorschriften wird komplexer“

Für Europa geht das Unternehmen davon aus, dass die EU-Behörden nun die Regulierung von Materialien mit Lebensmittelkontakt im Allgemeinen in den Vordergrund stellen. Damit wird der Fokus nicht mehr wie zuletzt auf bestimmten Substanzen wie Mineralölen liegen. Tönnießen empfiehlt, dass die Branche in der Übergangszeit eine proaktive Rolle einnehmen sollte: „Alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette sollten sich darauf konzentrieren, Artikel 3 der bestehenden Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 einzuhalten. Das wäre bereits ein guter Schritt in Richtung effektiver Sicherheit und Konformität mit zukünftigen Vorgaben.“

Auch die Themen Einwegkunststoff und Recycling bestimmen die Diskussion in Europa. Welche Herausforderungen beispielsweise der Ersatz von Materialien mit sich bringt, zeigt die Umstellung von Kunststoff- auf Papiertrinkhalme; denn für die Herstellung von Papiertrinkhalmen werden spezifische Klebstoffe benötigt. „Wir erhalten dazu aktuell zahlreiche Anfragen von unseren globalen Kunden“, sagt Monika Tönnießen. „Diese  suchen dabei nicht nur nach einer Lösung für den europäischen Markt – sie wollen diese auch global einsetzen.“

Webinare und Software-Tool

Um über den neuesten Stand und Entwicklungen zu informieren, bietet der Hersteller auch in diesem Jahr eine Reihe von Webinaren zum Thema sichere Lebensmittelverpackungen an.

Darüber hinaus hat das Unternehmen ein Software-Tool auf Basis anerkannter Kriterienkataloge entwickelt. Damit soll bereits während der Produktentwicklung eine schnelle Überprüfung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen möglich sein. Diese wird anhand der Bestandteile und deren Gewichtsanteile ermittelt: Grundmaterialien, Verschlusssysteme, Labels, Farben etc. Für alle in Frage kommenden Materialien ist die jeweilige Eignung für die Identifikation bei der Sortierung sowie für die Aufbereitung zum Recycling hinterlegt. Nach einem Ampelsystem wird dann beispielsweise für den Verpackungsdesigner angezeigt, welches Design zu welchem Prozentsatz recyclingfähig ist und welche Materialkombinationen ein Recycling verhindern.

Die Anforderungen an lebensmittelsichere Verpackungen wachsen
Quelle: Henkel
Bewertungstool
Das Bewertungstool gibt an, wie recyclingfähig ein Design ist
Quelle: Henkel

Redigiert von Christiane Lingrön

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