17. April 2019 | Packstoffe + Packmittel

Schumacher Packaging weiter auf Erfolgskurs

Schumacher Packaging steigert seinen Jahresumsatz auf 627 Mio. Euro
Schumacher Packaging zählt auch beim Digitaldruck zu den Technologieführern in der Branche
Quelle: Schumacher Packaging

Die Schumacher Packaging Gruppe, einer der größten unabhängigen und familiengeführten Hersteller für Verpackungslösungen aus Well- und Vollpappe, hat 2018 ihren Umsatz erneut gesteigert. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein Umsatzwachstum von mehr als 6 Prozent – auf jetzt 627 Mio. Euro. Auch die Mitarbeiterzahl kletterte auf mehr als 3300.

Björn Schumacher, der Geschäftsführer der Schumacher Packaging Gruppe, erklärt allerdings, dass die Umsatzsteigerung gar nicht das zentrale Ziel für das vergangene Jahr gewesen sei: „Die Verpackungsbranche hatte es 2018 wieder mit einem sehr schwierigen Umfeld zu tun – aufgrund steigender Rohstoffkosten für das Papier sanken die Erträge und haben eine große Deckungslücke gerissen. Unser Motto lautete darum ‚Preis vor Menge‘. Natürlich sind wir nicht unzufrieden, dass wir trotzdem ein deutliches Umsatzplus erzielen konnten“, so Björn Schumacher weiter. „Dennoch: Die Erträge in der Branche sind noch längst nicht wieder da, wo sie sein müssten. Die in allen Bereichen gestiegenen Kosten erfordern nach wie vor eine strikte Preisdisziplin.“

Das neue Werk Greven

Ein Treiber für die gute Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr sei die sehr erfreuliche Entwicklung im Wellpappewerk in Greven gewesen. Schumacher Packaging hatte die neuen Fertigungsanlagen im Airportpark am Flughafen Münster-Osnabrück 2014 errichtet. Seit der Eröffnung des Werks hat der Verpackungsspezialist weitere Investitionen im zweistelligen Millionenbereich getätigt und die dortige Produktionskapazität verdoppelt. „Allein in Greven wuchs unser Umsatz im Jahr 2018 um mehr als 20 Prozent“, berichtet Schumacher. „Aber auch in allen anderen Märkten hatten wir ein Umsatzplus – ob in Deutschland, in unseren polnischen Werken oder in den Niederlanden.“

Weniger Abhängigkeit beim Rohstoff Papier

Der Anbieter von Verpackungslösungen aus Well- und Vollpappe hat die Weichen auf weiteres Wachstum gestellt. „Unsere Investitionsplanung für die nächsten vier Jahre beläuft sich auf 200 Mio. Euro“, so Björn Schumacher, „mehr als 50 Mio. davon für dieses Jahr.“ Ein bedeutender Teil der Summe werde in technologische Innovationen an allen Standorten gehen. Zudem verfolge das Familienunternehmen mit seinem Investitionsprogramm strategische Ziele. „Besonders wichtig ist uns eine größere Autarkie bei der Rohmaterial-Versorgung“, sagt Schumacher. Im polnischen Myszków hatte die Gruppe Ende 2016 ein Papierwerk übernommen, um es auf recycelte Wellpappenrohpapiere umzustellen. „Im März hat dort die Produktion begonnen, und in einigen Monaten wird unser Werk im ersten Schritt eine Produktionskapazität von rund 150.000 t, später in einem zweiten Schritt von 300.000 t pro Jahr erreichen“, erläutert Schumacher. „Zusammen mit dem Werk in Grudziądz werden es insgesamt über 400.000 t sein.“ Damit sind die Wachstumspläne noch nicht abgeschlossen: „Jenseits dieser Investitionen von 200 Mio. in bestehende Standorte wollen wir unsere Expansion auch durch weitere Firmenakquisitionen vorantreiben.“

Mass-Volume-Digitaldruck wird serienreif

Das Unternehmen mit Stammsitz im bayrischen Ebersdorf bei Coburg versteht sich auch als Produktivitäts- und Technologieführer der Verpackungsbranche. So war man das erste Unternehmen in Deutschland, das den modernen Mass-Volume-Digitaldruck im industriellen Maßstab eingesetzt hat. „Der Maschinenprototyp, den wir zusammen mit unserem Technologiepartner Durst im industriellen Praxiseinsatz in Ebersdorf erprobt und vervollkommnet haben, wird in diesem Jahr serienreif. Dann werden wir noch weitere Standorte mit Digitaldruckmaschinen ausrüsten.“ Björn Schumacher verrät: „Wir haben jetzt schon die nächste Evolutionsstufe dieser Technologie im Blick.“

CargoPropal Paletten – leicht wie Papier, robust wie Holz

Die Materialinnovation CargoProfil wird bei Schumacher Packaging inzwischen ebenfalls in der Serienproduktion eingesetzt. CargoProfil ist ein Hohlprofil aus gewickeltem Wellpappen-Rohpapier, das die Stabilität von Holz mit dem geringen Gewicht von Papier verbindet und vollständig recycelbar ist. Nachdem zuerst die Abdeckrahmen aus dem Material unter dem Namen CargoProtop erhältlich waren, sind nun auch die neuen CargoPropal Paletten serienreif. „Die Serienfertigung beider Produkte aus CargoProfil haben wir jetzt in unserem tschechischen Werk in Nýrsko konzentriert“, erklärt Björn Schumacher. Wegen ihres geringen Gewichts stellen die neuen CargoPropal Paletten eine sehr interessante Alternative zu herkömmlichen Holzpaletten dar. „Eine CargoPropal lässt sich wie jede klassische Euro-Palette handhaben und verladen“, sagt Schumacher. „Sie ist genauso stabil, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Statt der 28 kg einer herkömmlichen Holzpalette wiegt sie nur 7 kg.“ Anders als Holz benötige das Papierprofil keine Vorbehandlung, ist hygienisch völlig unbedenklich und damit auch für den Transport von Lebensmitteln ideal.

Die Prognose: Kein einfaches Umfeld für 2019

Befragt nach seiner wirtschaftlichen Vorhersage für das laufende Jahr, sieht Björn Schumacher für die Verpackungsbranche durchaus Risiken: „Die konjunkturelle Abkühlung ist ein Faktor. Auch der Brexit und seine Folgen könnten uns beschäftigen, ebenso der Handelsstreit mit den USA“, so Schumacher.

Ein wachsender Protektionismus beeinträchtige das Geschäft der Kunden und dämpfe so die Nachfrage nach Verpackungen. Dennoch war die bisherige Entwicklung für Schumacher Packaging durchaus erfreulich. „Unsere ersten Monate 2019 waren besser als derselbe Zeitraum im Vorjahr. In all unseren Werken ist die aktuelle Auslastung sehr gut bis hervorragend – wir verzeichnen keinen Nachfragerückgang“, so Björn Schumacher abschließend. „Wenngleich sich das Wachstum etwas verlangsamt hat.“

Redigiert von Maren Oellerich

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