31. Januar 2019 | Recycling

Verpackungsstahl ist auf das VerpackG vorbereitet

Auch wenn der Fokus beim Recycling primär auf dem Kunststoff liegt, wurden unter anderem auch die Vorgaben für die Recyclingquoten für alle Verpackungsmaterialien im VerpackG angehoben. Bei Weißblech beispielsweise auf 90 % ab 2021. Gleichzeitig soll das zu entrichtende Beteiligungsentgelt (bisher Lizenzentgelt) von der Recyclingfähigkeit der Verpackungen abhängig gemacht werden.  Beide Änderungen begrüße man bei der thyssenkrupp Rasselstein GmbH.

Verpackungen aus

Recyclingquote
2016

Recyclingquote
ab 1.1.2019

Recyclingquote
ab 1.1.2021

Glas, Aluminium und FE-Metallen

95,2%

80%

90%

Papier-Pappe-Karton (PPK)

89%

85%

90%

Getränkekartonverpackungen

82,4%

75%

80%

Anderen Verbunden

-/-

55%

70%

Kunststoffen
(werkstoffliche Verwertung)

41,7%

58,5%

63%

 

„Aktuell ist bei den Eisenmetallen vom Gesetzgeber eine Recyclingquote von 80 % gefordert. Schon seit 2004 erfüllt Weißblech diese Vorgabe in Deutschland und liegt seit mehr als einer Dekade mit einer Rate von über 90 % deutlich vor allen anderen Verpackungsmaterialien. Die Recyclingrate hat sich mittlerweile auf diesem hohen Niveau stabilisiert“, erklärt Andreas Knein, Geschäftsführer des Tochterunternehmens Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH (DWR).

„Mit Weißblech glauben wir, die ab 2022 geforderte Quote von mindestens 90 % langfristig erfüllen zu können. Voraussetzung ist, dass auch die Dosen in den dualen Sammelsystemen landen, die heute noch als Fehlwürfe über die graue Tonne in der Müllverbrennung enden.“ Auch wenn im Zeitraum 2005 bis 2017 die Quote der stofflichen Verwertung von Weißblech um sieben Prozentpunkte angestiegen ist, sei also immer noch Luft nach oben. „Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen alle Beteiligten - vom Hersteller über den Handel, die dualen Systeme bis hin zur Recyclingwirtschaft - die Öffentlichkeit noch besser informieren. Denn einfacher als mit dem magnetischen und nahezu zu 100 % recycelbaren Verpackungsmaterial Weißblech geht Kreislaufwirtschaft nicht.“

Recyclinganstrengungen fördern

Haushaltsnah anfallende, gebrauchte Stahlverpackungen werden in Deutschland von den dualen Systemen gesammelt, sortiert und zur Verwertung bereitgestellt. Konkret bedeutet das, dass in jedem Stahlwerk zur Erzeugung von Rohstahl ein gewisser Anteil Stahlschrott eingesetzt wird. Der Materialkreislauf ist geschlossen. Durch das 2017 in Deutschland recycelte Weißblech konnten nach Unternehmensangaben rund 700.000 t Eisenerz, 300.000 t Kohle und 140.000 t Kalkstein eingespart werden.

Das Unternehmen trägt seit der Gründung der DWR 2003 und der Beteiligung am Nonprofit-Unternehmen Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS) aktiv zum Recycling sowohl privat verbrauchter Weißblechverpackungen als auch gewerblich anfallender Mengen bei und stellt eine fachgerechte, zielgenaue Rückführung in die Stahlproduktion sicher.

Unabhängige Bemessung

Im Paragraph 21 des VerpackG wird die Recyclingfähigkeit nicht näher definiert, weshalb unter anderem das Institut cyclos-HTP einen Anforderungs- und Bewertungskatalog entwickelt hat, mit dem die Recyclingfähigkeit von Verpackungen quantitativ bemessen werden kann. Die Recyclingfähigkeit ist demnach die stoffliche Eignung eines Produkts, im Rahmen etablierter Erfassungs- und Verwertungsstrukturen zur Schließung von Stoffkreisläufen beizutragen.

Die Essener haben cyclos-HTP beauftragt, handelsübliche Weißblechverpackungen zu untersuchen und ihre Recyclingfähigkeit zu ermitteln. „Eine dreiteilige Lebensmitteldose mit Ring Pull-Deckel hat beispielhaft eine hohe Recyclingfähigkeit von 95 %. Die geringe Differenz zu 100 % ergibt sich im Wesentlichen über Etiketten und Lacke“, erläutert Knein. Die hohe Quote ist auch darin begründet, dass Verpackungsstahl ein ‚permanentes‘ Material ist, das einer Wiederverwertung immer wieder zugeführt werden kann, ohne dass es zu einem Qualitätsverlust kommt.

Weniger gut recycelbare Verpackungen sollen künftig sanktioniert werden. „Auch dadurch wird den Verpackungsherstellern und Inverkehrbringern nochmal die Bedeutung der Recyclingfähigkeit aufgezeigt – spätestens jetzt muss man sich mit dem Thema auseinandersetzen. Gut für uns, denn Weißblech ist hier bestens aufgestellt“, so Knein.

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Redigiert von Thobias Quaß

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