24. Oktober 2018 | Packstoffe + Packmittel | Neuheit

Lucid: Datenmeldetool seit heute online

Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) hat den zweiten Teil des Verpackungsregisters Lucid freigeschaltet: Das Datenmeldetool für Hersteller/ Händler.

Im ersten Schritt können die geplanten Verpackungsmengen für das Jahr 2019 eingegeben werden. Damit soll eine einheitliche Datengrundlage für die verkauften Verpackungen und die zu verwertenden Verpackungen der Systeme geschaffen werden. Die Zentrale Stelle kann Daten abgleichen und damit sowohl erkennen, ob Hersteller und Händler ihren Pflichten nachkommen als auch die korrekten Bezugsmengen für die Recyclingquoten errechnen.

Bisher kein Abgleich möglich

Bislang wurden Verpackungsdaten zu verschiedenen Zwecken (z. B. Kostenverteilung Systeme, Verpackungsmengen einiger großer Hersteller, Recyclingquoten) an verschiedenen Stellen gesammelt (z. B. Gemeinsame Stelle der dualen Systeme, IHK, Bundesländer). Damit fehlte die Möglichkeit des Abgleichs, ein Vollzug war durch die vielen Beteiligten erschwert bzw. ineffizient. Es fielen immer wieder Datendifferenzen auf, deren Klärung durch die Strukturen kaum möglich war.

„Die diffuse Datenlage leistete den vielen Trittbrettfahrern Vorschub, die die Intransparenz genutzt haben, um die Pflichten der Produktverantwortung zu ignorieren“, erläutert Gunda Rachut, Vorstand der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister, die Zielsetzung des Verpackungsregisters Lucid.

Die Hersteller und Händler melden zukünftig ihre Verpackungsmengen nicht mehr nur an die dualen Systeme, sondern immer dupliziert an die Zentrale Stelle Verpackungsregister. „Falsch- oder Nicht-Meldungen fallen sofort auf und können sanktioniert werden“, so Gunda Rachut.

Damit werde gewährleistet, dass endlich alle Verpflichteten für die Verwertung ihrer Verpackungen sorgen. Erst wenn die finanzielle Beteiligung an einem System greife, entstehe bei den Herstellern/ Händlern ein Interesse daran, Verpackungen zu vermeiden.

Jetzt auch Prüferregister freigeschaltet

Zeitgleich hat die ZSVR das sogenannte Prüferregister freigeschaltet. In diesem müssen sich Sachverständige und Prüfer, wie Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, registrieren, wenn sie zukünftig im Rahmen des VerpackG tätig werden wollen. Die Prüfer dürfen, in Abhängigkeit ihrer Qualifikation, die Recyclingquoten der Systeme, der Branchenlösungen sowie Vollständigkeitserklärungen der Hersteller / Händler prüfen.

Recyclinggerechtes Design

„Das Prüferregister dient der Qualitätssicherung der verschiedenen Prüfungen. Über Prüfleitlinien, die wir im Einvernehmen mit dem Bundeskartellamt erarbeiten, sorgen wir dafür, dass zukünftig sowohl Recyclingquoten, Kunststoffempfängeranlagen weltweit und auch große Verpackungshersteller gleichermaßen in einem hohen fachlichen Niveau geprüft werden. Wer Prüfleitlinien missachtet, kann aus dem Register ausgelistet werden“, sagt G. Rachut.

Die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister hat ihren Sitz in Osnabrück. Stifter sind die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), der Handelsverband Deutschland (HDE), die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen sowie der Markenverband. Sie wird mit Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes am 1.1.2019 als beliehene Behörde für mehr Transparenz und Kontrolle beim Verpackungsrecycling sorgen. Dazu führt sie ein Register aller Produktverantwortlichen aus Industrie und Handel, gleicht Mengen von Herstellern und dualen Systemen ab und sorgt mit Standards für mehr recyclinggerechtes Design bei Verpackungen.

Redigiert von Maren Oellerich

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