19. Dezember 2018 | Recycling

EU-Unterhändler einigen sich auf Kunststoff-Verbot

Lösungen aus Bioverbundstoffen wie Deckel, Verschlüsse und Trinkhalme aus erneuerbaren Materialien ergänzten als Zusatzprodukte das Verbraucherkartonsortiment
Der Trinkhalm aus Kunststoff ist spätestens 2021 verboten. Nachhaltige Alternativen gibt es immer: Hier ein Trinkhalm aus erneuerbarem Material
Quelle: Sulapac, Stora Enso

Im vergangenen Mai brachte die EU-Kommission ein Verbot für Einwegprodukte aus Kunststoff, wie Trinkhalmen und Wattestäbchen, ins Gespräch. Über die tatsächlichen Einzelheiten einigten sich nun heute Nacht das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten, die die Bestimmungen nun noch offiziell bestätigen müssen.

So sollen 2021Wegwerfprodukte aus Kunststoff u.a. Einweggeschirr, Luftballonstäbe und Trinkhalme verboten werden. Darüber hinaus sollen Produkte wie Feuchttücher, die einen Kunststoffanteil aufweisen, einer Kennzeichnungspflicht unterliegen. Außerdem müssen die Verschlüsse von Einwegflaschen in spätestens 5 Jahren fest mit der Flasche verbunden sein.

Das Ziel: Der Ausstoß von Kohlendioxid soll dadurch um 3,4 Mio. t verringert  und in Folge die entstehenden Umweltschäden von etwa 22 Mrd. Euro bis zum Jahr 2030 vermieden werden. Vor allem sollen die Meere geschützt werden, in denen allein aus Europa 26 Mio. Jahrestonnen Kunststoffabfälle landen.

Zigarettenreste entsorgen

Weiterhin sollen Hersteller von Wegwerfartikeln bei der Abfallentsorgung stärker zur Verantwortung gezogen werden. "Wer Wegwerfartikel wie Zigaretten herstellt, wird künftig mehr Verantwortung für den Müll übernehmen müssen", so Bundesumweltministerin Svenja Schulze gegenüber Medien. Somit würde nicht nur der Konsument in die Pflicht genommen, über sein Wegwerfverhalten zu reflektieren, sondern "die Zigarettenindustrie [könnte] zum Beispiel an den Kosten für die Reinigung von Stränden oder Parks beteiligt werden."

Redigiert von Thobias Quaß

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