05. März 2018 | Wirtschaft

EU-Fälschungsschutz: Pilotprojekt in Österreich

FMD-konforme Verpackung
In Deutschland wird das System bereits genutzt
Quelle: GE Pharmaceuticals

Das österreichisch-bulgarische Verpackungsunternehmen GE Pharmaceuticals und seine österreichisches Mutter Genericon unterstützen die Installation eines Verifizierungssystems für Arzneimittel in Österreich. Dafür sind beide Hersteller im Gründungsgremium des neuen österreichischen Verbands für die Umsetzung der Verifizierung von Arzneimitteln, die Austrian Medicines Verification Organisation (AMVO), aktiv. „Wir freuen uns, unsere in Deutschland gewonnene Expertise weitergeben zu können, damit die von der EU geforderten Strukturen auch in Österreich schnellstmöglich aufgebaut werden können“, sagt Stanislav Stoev, Geschäftsführer von GE Pharmaceuticals.

Deutschland etablierte ein solches Kontrollsystem als erster EU-Staat; Österreich orientiert sich an diesem System. GE bietet der Pharmabranche seit Frühjahr 2016 die Herstellung von Faltschachteln gemäß den Vorgaben der EU-Fälschungsschutzrichtlinie an. Zudem wurden über die Branchen-Initiative Securpharm bereits IT- und Datenbank-Strukturen aufgebaut, um eine Verifizierung der Seriennummern im Großhandel und den Apotheken zu ermöglichen. In Österreich ist das Pendant zur Securpharm die AMVO.

In weniger als einem Jahr wird es ernst

Ab dem 9. Februar 2019 greift die EU-Fälschungsschutzrichtlinie. Ab dann dürfen pharmazeutische Unternehmen rezeptpflichtige Medikamente nur noch in Verpackungen auf den EU-Markt bringen, die über eine Seriennummer und einen fälschungssicheren Verschluss verfügen. Mit der in Berlin sitzenden ACS hat Securpharm bereits ein Unternehmen gegründet, das die IT-Architektur mit den benötigten Datenbanken für den verschlüsselten Transfer und die Speicherung der Seriennummern zur End-to-End-Verifizierung betreibt. Die Datenbanken sind in Betrieb und auch das Hochladen der Seriennummern funktioniert bereits. Zum Stichtag 9.2.2019 sollen Apotheken, Krankenhäuser etc. die technische Möglichkeit haben, die Seriennummern rezeptpflichtiger Arzneimittel durch Einscannen des Data-Matrix-Codes auf der Verpackung zu verifizieren.

Redigiert von Christiane Lingrön

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