09. Mai 2019 | Recycling

Mischkunststoffe sollen im Exportaustausch bleiben

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) lehnt ein generelles Export– und weltweites Handelsverbot von Mischkunststoffabfällen, wie es derzeit auf der Genfer Konferenz zum Basler Abkommen diskutiert und auch von der Bundesumweltministerin Schulze vertreten wird, ab.

„Unter den nicht sortierten Kunststoffmischabfällen gibt es sehr gute definierte, das heißt gemäß den DSD-Sortiervorgaben detektierte, Mischkunststoffe, die für die Herstellung neuer Produkte von hohem Nutzen sind“, sagt BVSE-Kunststoffexperte Dr. Thomas Probst. „Wir sehen in einem generellen Exportverbot unsortierter Kunststoffabfälle keine Lösung. Insbesondere auch nicht im Hinblick darauf, Ressourcen zu schonen und die anspruchsvollen Ziele des Verpackungsgesetzes zu erreichen."

Export ist wichtige Stellschraube

Grundsätzlich verfolgen deutsche Kunststoffrecyclingunternehmen das Ziel, die in Deutschland erfassten Plastikabfälle vor Ort oder in Zusammenarbeit mit europäischen Unternehmen, die über ähnliche Standards verfügen, wieder aufzubereiten, so der Verband. Er schätzt, dass jährlich 400.000 bis 600.000 Tonnen Mischkunststoffe recycelt werden bei einem Gesamtaufkommen von insgesamt 1,2 Millionen Tonnen Plastikabfälle in Deutschland.

Den Export und Handel mit Mischkunststoffen sieht der BVSE als eine wichtige Stellschraube, um länderübergreifende Wertschöpfungsketten zu bedienen und zu erhalten. „Auch Mischkunststoffe, die nicht sortenrein sind, können bei der Herstellung bestimmter Produkte einen hohen Wert haben“, so Probst. „Sie sind wertvolle (Sekundär)Rohstoffe für viele Produkte aus dem Baubereich, des Landschafts- und Gartenbaus oder des Gewässerschutzes und weisen gegenüber Wettbewerbsprodukten aus Primärrohstoffen, wie Holz oder Beton, deutliche Vorteile durch längere Haltbarkeit auf.“

Recycling-Soll in Gefahr

Zudem könnten die nach dem neuen Verpackungsgesetz hochgesetzten Recyclingquoten, die in diesem Jahr auf 58,5 Prozent und bis 2020 auf 63 Prozent festgelegt wurden, nicht erreicht werden, wenn Mischkunststoffe aus den etablierten länderübergreifenden Wertschöpfungsketten durch ein generelles Exportverbot herausfallen.

Redigiert von Christiane Lingrön

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