05. Dezember 2017 | Wirtschaft

Ipack-Ima: Anstieg der Nachfrage in Italien

Die Bilanz des 1. Halbjahres 2017 für den italienischen Industriezweig des Processing und Packaging weist nach eigenen Angaben nationale Umsatzsteigerungen auf, die weit über den Erwartungen liegen, was vor allem an den von der Regierung gebotenen Anreizen beim Kauf von Produktionsgütern liege. Der Trend werde sich voraussichtlich auch im 2. Halbjahr fortsetzen, für das außerdem eine Ankurbelung des Exports zu erwarten sei.

Der Export wächst in Italien weniger, als der Verkauf innerhalb Italiens. Das haben die neuesten Erhebungen des Osservatorio Ipack-Ima ergeben. Die europäische Fachmesse für Processing & Packaging findet 2018 vom 29. Mai bis 1. Juni auf der Messe Mailand statt.

Bestandteil der Halbjahresstudie war eine Auswahl von Firmen entlang der gesamten Lieferkette des Processing und Packaging, die verschiedene Industriesektoren beliefern, die sich in so genannte Business Communities (Food, Fresh & Convenience; Meat & Fish; Pasta, Bakery, Milling; Beverage; Confectionery; Chemicals, Home & Industrial; Health & Pesonal Care) aufgliedern. Die Ergebnisse der Studie belegen, wie sich im 1. Halbjahr 2017 die Zusammensetzung der Verkäufe gewandelt hat.

Positiver Trend im Heimmarkt

Der positive Trend auf dem italienischen Markt setzt sich auch im 2. Halbjahr dieses Jahres fort: Der Anteil der Unternehmen, die steigende Umsätze zu verzeichnen haben, wird auf 85 % ansteigen (+10 %). Davon wird die Hälfte aller Firmen Zuwächse von mehr als 5 % haben.

Im Detail heißt das, dass in den ersten 6 Monaten  im Segment Food Fresh & Convenience, die Mehrzahl der Unternehmen ein Wachstum zwischen 0 und +5 % zu verzeichnen hatten. In Bezug auf die Prognosen ist der ausländische Umsatz um 2 % gestiegen, während der Gesamtumsatz (Italien + Ausland) aufgrund der nationalen Verkäufe um 11 % gestiegen ist. Die Schätzungen für das laufende Halbjahr sehen eine weitere Verbesserung bezüglich der Gesamtverkäufe, Auslandsverkäufe und Beschäftigung voraus.

Das Segment Meat & Fish kann trotz einer zögerlichen Wachstumsdynamik aufholen und beendet das 1. Halbjahr mit +10 % jenseits aller Erwartungen. Die sichtbare Verbesserung hat eine Überarbeitung der Erwartungen für das 2. Halbjahr veranlasst, in dem der Anteil der Unternehmen mit Umsatzsteigerung auf 83 % steigen wird.

Ein Wachstum hat auch der Sektor Pasta, Bakery & Milling zu verzeichnen, auch dieser eher im Gesamtumsatz (73 % der Unternehmen) anstatt im Ausland (53 %). Die Prognosen für das laufende Halbjahr sehen eine bessere Verteilung, sowohl der Wachstumschancen der Gesamtverkäufe (für 86 % der Unternehmen) als auch der ausländischen Verkäufe (quasi 3/4 der Firmen), voraus.

Getränke bestätigen den Trend

Das Segment Beverage hat die Prognosen für das ausländische Wachstum (bei durchschnittlich niedrigeren Abgaben) bestätigt. Was den weltweiten Umsatz betrifft, liegt eine Steigerung auf 79 % vor, die im Vergleich zu den geschätzten 71 % und dazu noch erhöhten Abgaben besser ist, als erwartet. Für das 2. Halbjahr ist mit Wachstumsprognosen von über 5 % eine weitere Entwicklung zu erwarten, die mehr oder weniger den Bilanzen entspricht.

Das Segment Confectionery, für das im Jahr 2017 äußerst positive Prognosen vorausgesagt wurden, hat nur bei 60 % der Unternehmen einen Anstieg des Exports zu verzeichnen, wenngleich 100 % der Firmen einen Anstieg prognostiziert hatten. Der Prozentsatz bei den Gesamtverkäufen steigt auf 80 %. Die Unternehmen haben daher die Erwartungen für das laufende Halbjahr so angepasst, dass sie ungefähr den Bilanzen der 6 ersten Monate entsprechen.

Dasselbe gilt für die Sparte Chemicals Home & Industrial, wo der Anteil der Unternehmen mit ausländischen Umsätzen, entgegen der Erwartungen, nur um 20 % gestiegen ist (10 % weniger im Vergleich zum gesamten Geschäftsumsatz). Für das laufende Halbjahr wird eine Erholung des Exports erwartet.

Verpackungsmaschinen erwarten zum Teil höhere Umsätze

Das Segment Health & Personal Care befindet sich im laufenden Halbjahr im Aufschwung. Dies betrifft hauptsächlich die Umsätze im Ausland (+17 %), aber auch das Gesamtwachstum des Sektors wird als positiv angesehen.

Bei den Verarbeitungsmaschinen ist eine Diskrepanz zwischen Prognosen und tatsächlichen Werten zu verzeichnen, was eine Überarbeitung der Wachstumsprognosen für das laufende Halbjahr bedingt hat: Erwartet wird eine gesamte Umsatzsteigerung bei 70 % der Unternehmen, während der durch Exporte erzielte Geschäftsumsatz erwartungsgemäß bei 71 % der Firmen steigen dürfte. Eine größere Übereinstimmung der Erwartungen und tatsächlichen Werte ist jedoch für das andere Segment der Produktionsgüter, bei den Herstellern von Verpackungsmaschinen zu verzeichnen. Die Erwartungen der Unternehmen für das 2. Halbjahr steigen auf 78 % (63 % im 1. Halbjahr), was einen Anstieg der ausländischen Verkäufe und einen Anstieg der Gesamtumsätze auf 83 % (72 % in den sechs ersten Monaten) voraussetzt. Signifikant steigt auch der Anteil jener Unternehmen (zwischen 25 % und 35 %), die einen erhöhten Umsatzanstieg (> als 10 %) erwarten.

In Übereinstimmung mit dem Sektor Verpackungsmaschinen, konnten auch die Hersteller von Verpackungsmaterialien den Prognosen weitestgehend gerecht werden. Die Erwartungen für das laufende Halbjahr zeigen ein stabiles Wachstum, das an den Verlauf der ersten 6 Monate anknüpft. Die Unternehmen des Bauteilsektors konnten die 2016 optimistischen gestellten Prognosen erfüllen. 71 % der Unternehmen haben wachsende Exportumsätze zu verzeichnen und der Verkauf auf dem heimischen Markt liegt weit über den Erwartungen.

800 Unternehmen schon gebucht

Die Umfrage hat auch die möglichen negativen Einflüsse auf den Umsatz der Teilnehmer untersucht. Die häufigsten Schwierigkeiten sind eine deutlich verschärfte Konkurrenz, verursacht durch eine größere Aggressivität der Wettbewerber (26 % der Befragten), ökonomische Faktoren, die die Verkäufe zu unterschiedlichen Anteilen beeinflussen (8,9 %), der Preisanstieg für Rohstoffe und Energie (20 %), Servicekosten (12 %), Lohnkosten (13 %) sowie widrige Schwankungen der Steuerpolitik (12 %).

Das Osservatorio Ipack-Ima kann daher ein allgemein zuversichtliches Geschäftsklima feststellen, das sich auch in der Teilnahmebereitschaft an der Messe äußert. So haben 6 Monate vor der Eröffnung der Mailänder Veranstaltung bereits 800 Unternehmen ihre Teilnahme bestätigt und arbeiten derzeit an der Präsentation ihrer neuesten Innovationen.
Ipack-ima Trend
Quelle: Ipack-Ima
Ipack-ima Trend
Quelle: Ipack-Ima

Redigiert von Norbert Sauermann

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