14. August 2019 | Wirtschaft

bvse schlägt Alarm: Entsorgungssituation kritisch

Als "sehr kritisch" bezeichnet Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), die derzeitige Entsorgungssituation in Deutschland.

Im Bereich der gewerblichen Entsorgung gibt es demnach erhebliche Probleme. Viele Müllverbrennungsanlagen in Deutschland sollen so stark ausgelastet sein, dass es immer schwieriger wird, den zu verbrennenden Anteil des Gewerbeabfalls in geeigneten Anlagen zu entsorgen. Das ist nicht nur ein Problem für die mittelständische Entsorgungsbranche, sondern wird über höhere Kosten auch auf die Gewerbe- und Industriebetriebe durchschlagen, ist sich Rehbock sicher.

Ein wichtiger Grund für die Misere ist nach Meinung des bvse, dass immer noch zu große Abfallmengen nach Deutschland importiert und in den Müllverbrennungsanlagen entsorgt werden. Der bvse geht davon aus, dass aus dem Ausland rund 1 Million Tonnen Abfall in den deutschen Verbrennungsanlagen landen. "Wir haben den Verdacht, dass durch den gezielten Import die Kapazitäten knapp gehalten werden sollen. Das muss aufhören“, fordert Rehbock. Im vergangenen Sommer habe es jedenfalls keine mit diesem Jahr vergleichbaren Probleme gegeben. Es liege mithin nicht allein an der Hitze, weswegen die Anlagen weniger Material verarbeiten können.

Die Situation könnte sich nach Auffassung des bvse durch den von den Niederlanden verhängten Importstopp von Verbrennungsabfällen weiter verschärfen. Die Mitgliedsunternehmen des Verbands hätten zudem den Eindruck, dass auch aus Großbritannien, aus Angst vor dem drohenden Brexit, vermehrt Verbrennungsabfälle importiert würden.

Als großes Ärgernis stellt sich für den bvse auch dar, dass immer noch große Mengen an Bioabfall die Müllverbrennungsanlagen verstopfen. Eigentlich müsste der Bioabfall getrennt vom Restmüll gesammelt werden. Stattdessen zeigen sich in zu vielen Kommunen bei der eigentlich vorgeschriebenen Trennung große Mängel.

Redigiert von Susanne Blüml

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