11. April 2019 | Recycling

Rezyklatmarkt politisch fördern

Im Vergleich zu Neukunststoff seien Rezyklate zu teuer, obwohl sie bereits für anspruchsvolle Anwendungen einsetzbar sind
Quelle: FhG IVV

„Wie können wir Rezyklate aus Kunststoffverpackungen verstärkt im Kreislauf führen?“ Diese Frage hat der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit jüngst im Deutschen Bundestag diskutiert. Dort wurde u.a. Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts, zur Kreislaufführung von Kunststoffen befragt. Wiener machte klar, dass deutlich mehr Rezyklate eingesetzt werden könnten.

Die Rezyklate eigneten sich heute auch für hochwertige Anwendungen wie Verpackungen, trotzdem: „Wir bleiben auf unseren Rezyklaten sitzen, weil es für Rezyklate keinen Markt gibt. Zunächst ist neuer Kunststoff einfach deutlich günstiger. Neuer Kunststoff hat riesige Skaleneffekte, der Ölpreis ist seit Jahren niedrig und bei der Mineralölsteuer wird er sogar bevorzugt. Externe Kosten von neuem Plastik werden bislang völlig ausgeklammert.“

Forderung nach einer Rezyklatquote

Der Markt brauche daher dringend eine entsprechende politische Förderung. „Wenn es Einsatzquoten gäbe, so würde die Industrie in Windeseile investieren, um die nötigen Quoten und Mengen zur Verfügung zu stellen“, zeigte sich Wiener überzeugt. „Wie schaffen wir es, mehr Rezyklate aus Kunststoffverpackungen im Kreislauf zu führen? Mit einer Industrie, die Verantwortung übernimmt, mit einer verbindlichen Einsatzquote für Rezyklate, mit nachhaltiger Beschaffung und mehr Förderung.“

Redigiert von Thobias Quaß

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