17. Februar 2016 | Produkte

Der Stoff, aus dem die Flaschen sind

Chicoree-Wurzelrüben: Neuer Grundstoff für biobasierende Kunststoffflaschen_1000px
Der Stoff, aus dem demnächst Kunststoffflaschen hergestellt werden.
Quelle: Fotolia/hansenn

PEF (Polyethylenfuranat) wird hoch gehandelt als künftiger Grundstoff für Kunststoffflaschen. Diese Alternative zu PET wird zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und wurde schon in diversen Forschungsprojekten für den Einsatz im großtechnischen Maßstab untersucht. Zuletzt hatte Alpla im Rahmen der PETarena in Nürnberg ein Flaschenmuster aus PEF präsentiert.

Forscherinnen der Universität Hohenheim haben nun genau für PEF einen neuen Grundstoff hergestellt aus Abfällen, die bei der Kultivierung von Chicoree anfallen. Das Forschungsteam rund um Prof. Dr. Andrea Kruse nutzt dafür die Chicoree-Wurzelrübe, die als Abfall bisher der Biogaserzeugung zugeführt wurde. Der nicht-essbare Wurzelrüben-Anteil macht 30 % der Pflanze aus. Das Team gewinnt aus diesem Restmaterial im Versuchsreaktor ungereinigtes Hydroxymthylfurfural (HMF), das als eine von zwölf Basischemikalien zukünftig in der Kunststoffindustrie zur Herstellung von PEF-Flaschen eine Rolle spielt.

Verpackung: Biobasierte Kunststoffflaschen

Zunächst gilt es, die gleichbleibende Qualität der Basischemikalie aus Chicoree-Wurzelrüben sicherzustellen, so die Information aus der Universität. Weiterhin lägen die Anforderungen in der sicheren Lagerung der Wurzelrüben, um eine kontinuierliche Auslastung der industriellen Produktion zu erreichen.

In punkto Qualität beim Endprodukt wiederum hat das Forschungsteam keine Zweifel: „Die Chicoree-Wurzelrübe eignet sich nicht nur deshalb so gut zur Gewinnung von HMF, weil sie ein Abfallprodukt ist“, betont Prof. Dr. Kruse. „Sie produziert auch eine höherwertige Chemikalie als das Äquivalent aus Erdöl.“

Dadurch könnten PEF-Flaschen aus Chicorée-HMF beispielsweise dünner gezogen werden, als solche aus Erdöl-PET. Das spare Transportkosten und verbessere die Umweltbilanz.

 

 

Von Susanne Blüml

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