07. Mai 2015 | Marketing

Mein Freund, der Wandel

Mein Freund, der Wandel
Dr. Stephan Langer von Bayer bewies, wie Verbraucherorientierung Aspirin zu neuen Marktanteilen verhalf.
Quelle: Alexander Graeser

In Zeiten des immer rascheren Wandels ist Design wichtiger denn je. Das war die einhellige Meinung der Referenten des 2. Designforschungstags "Driving the Change - der Wandel als Freund", der unter der Schirmherrschaft des Rats für Formgebung am 5. Mai in Hamburg stattfand. Vor rund 100 Teilnehmern sprachen sich Design- und Marketingexperten für eine Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen mit dem Design aus. So könnten Unternehmen, Marken und Produkte Kunden im Wandel begleiten und diesen auch gestalten.

Jeremy Abbett, sogenannter Creative Evangelist von Google, zeigte anhand technologischer Entwicklungen, deren Ursprung in Filmideen liegt, wie fruchtbar die Zusammenarbeit von Technikern und Designern sein kann. Beispiele der "Design Fiction" seien der Communicator aus "Star Trek" oder das Auto K.I.T.T. aus "Knight Rider", welche sich heute in Gestalt von Mobiltelefon oder dem fahrerlosen Auto wiederfinden. Allesamt seien dies Ideen, an die ihre Erfinder geglaubt hätten. Diesen Enthusiasmus gelte es, in eine Unternehmenskultur der Zusammenarbeit und des ständigen Lernens und Entwickelns zu übertragen, so Abbett.

Faktor Mensch im Fokus

Dass dabei idealerweise der "Faktor Mensch" im Fokus steht, zeigte unter anderem Dr. Stephan Langer von Bayer Consumer Care. Er bewies, wie der Blick auf Verbraucherbedürfnisse einer altbewährten Marke zu neuen Marktanteilen verhelfen kann. Durch kontinuierliche Marktforschung entstand rund um den Umsatzträger Aspirin ein Markensystem, das sich allein auf den Mehrwert für den Verbraucher stützt.  Ohne dass sich die Rezeptur änderte, wurde der Klassiker mit entsprechenden Verpackungskonzepten zum Schmerzmittel für unterwegs (z. B. Aspirin effect als Pulver in Sachets, was sich ohne Wasser einnehmen lässt) oder zum handlichen Produkt, das mit kleinerem Kleeblatt-Blister und Extrafach für Beipackzettel eine bessere Handhabung bietet. Ehrlichkeit und Ehrgeiz, so Langer, seien die Triebfedern, welche die Traditionsmarke von 1899 trotz der engen Pharma-Regeln immer wieder mit neuem Mehrwert versieht und sie damit im gewandelten Umfeld eine feste Größe bleibt.

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung lesen Sie in der Verpackungs-Rundschau 7/15.

Von Christiane Lingrön

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