15. Juni 2015 | Produkte | Neuheit

Aktiv, aber umweltfreundlich

Actipoly ist ein zwei Jahre andauerndes ERA-NET Cornet-Projekt, das im Mai 2015 angelaufen ist. Ziel ist die Entwicklung faserbasierter, tiefziehbarer Verpackungsmaterialien mit Barrierefunktion und antimikrobieller Beschichtung, um die Haltbarkeit frischer Lebensmittel zu verlängern. Weitere Entwicklungsziele sind die Recyclingfähigkeit und Kompostierbarkeit der gesamten Verpackung nach dem Gebrauch.

Kernstück des Projekts ist die Modifizierung faserbasierter Materialien mit dem Ziel, thermoplastische Eigenschaften in diesen Materialien zu erzeugen. Hieraus werden Papiere hergestellt und zu Verpackungsschalen tiefgezogen. Eine derartige Entwicklung würde Papier und anderen faserbasierten Werkstoffen völlig neue Einsatzmöglichkeiten eröffne, für die es bisher noch keine umweltfreundlichen Lösungen gibt.

Weiterhin soll eine tiefziehbare Beschichtung mit einer Barrierewirkung gegenüber Sauerstoff und Wasserdampf sowie eine antimikrobielle Beschichtungen entwickelt werden, um die Haltbarkeit und Genießbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern.

Zum Verschließen der Verpackungsschalen soll eine biobasierte antimikrobielle und siegelfähige Folie entwickelt werden. Die gesamte Verpackungslösung soll recyclingfähig und kompostierbar sein.

Thermisch formbares Rohpapier

Hauptteil des Projekts ist die chemische Modifizierung der funktionellen Gruppen von Zellulose zur Erzeugung faserbasierter Materialien mit thermoplastischen Eigenschaften. Dazu wird die hydrophile Zellulose teilweise hydrophobiert, um sie plastisch verformbar zu machen. Der richtige Substitutionsgrad sei entscheidend, um ein ausgewogenes Verhältnis von hydrophilen und hydrophoben Gruppen zu erhalten, um einerseits aus diesen Fasern Papiere herstellen zu können (hydrophile Komponente) und andererseits thermisch verformbare Materialien (hydrophobe Komponente) zu erhalten.

Der tiefziehbare Barrierestrich mit Sperrwirkung gegen Sauerstoff und Wasserdampf soll experimentell durch eine mehrlagige Beschichtung auf dem Papier erzeugt werden. Als mögliche Feuchtigkeitsbarriere werden hydrophobe Polymere wie z.B. Wachse untersucht. Die zweite Schicht dient als Sauerstoffbarriere. Zudem sollen die Zugfestigkeitseigenschaften der mehrlagigen Beschichtung falls notwendig durch anorganische Füllstoffe modifiziert werden. Beide Maßnahmen – die Anpassung der Verformbarkeit und der Barrierefunktionen – werden mit einer speziell entwickelten Versuchsmatrix bewertet.

Die PTS koordiniert die Arbeit der insgesamt acht Projektpartner: Neben der Papiertechnischen Stiftung als Koordinator sind Celabor, The Association West Pomerian Cluster „Green Chemistry“, MateriaNova, Pack4Food VZW, Sirris, The West Pomeranian University of Technology Szczecin und das Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam beteiligt.

Der Projektfortschritt und der Arbeitsverlauf können im Internet verfolgt werden: http://www.cornet-actipoly.eu/.

 

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