18. April 2016 | Wirtschaft | Exklusiv

BDVI: Am Wasser

Vor 151 Jahren hatte man es in Bad Vilbel noch einfach, viele Familien gingen lediglich in den Hinterhof und pumpten dort frisches Mineralwasser nach oben. Nun, aus diesen Familien ist jetzt nur noch die Familie Hinkel in der 5. Generation tätig. Und die „Hassia“ ist als einziger der einst 25 Brunnenbetrieben in der attraktiven Kleinstadt gleich neben Frankfurt a. M. übrig geblieben.

Als Gruppe mit zahlreich übernommenen Brunnen und Keltereien in Deutschland mit 1150 Mitarbeitern und einer Füllmenge von 780 Mio. l im Jahr, 40.000 Flaschen werden in der Stunde unter verschiedenen Marken gefüllt. Von Hassia Sprudel über bizzl bis hin zu Raps Fruchtsäften oder Höhl Apfelwein.

320 m im Vogelsberg

Hassia Mineralquellen mit 560 Mitarbeitern fördert sein Tiefenwasser aus 320 m Tiefe vorwiegend aus dem Vogelsbergsgestein, so Karl-Heinz Bauer vom Hassia- Besucherzentrum kürzlich beim Besuch einer Gruppe des bdvi – bund deutscher verpackungsingenieure (eine berufsständige Organisation von Verpackungsexperten, deren offizielles Organ die Verpackungs-Rundschau ist). Der Brunnen nutze eine Glas-Mehrwegflasche bis zu 50 Mal, als Mitglied des GDB müsse man 3 % neue Flaschen in den erfolgreichen Pool der Glasperlenflaschen einbringen, so Bauer weiter. Mineralwasser sei immer noch zu 10 % bei der Hassia in Glas, Trend langsam steigend wegen einiger Premiummarken. Auch hochwertige Limonaden laufen noch in Glas.

In die blaue PET-Mehrweg-Flasche hingegen dürfe in Bad Vilbel nur Mineralwasser, zum Beispiel keine Apfelsäfte. Bei den Kunststoffflaschen müssten jährlich 8 % aussortiert werden, Hassia habe sie im Schnitt in 20 Umläufen. Als Einweg-PET hat das Unternehmen 1-, 0,5- und 0,2-l-Gebinde im Einsatz. Eine besonders schöne Glas-Karaffe mit einer hohen „Mütze“, so Bauer, einem besonderen Verschluss, sei für die exklusive Gastronomie mit eigenem Kasten und eigenem Rücknahmesystem im Einsatz.

In Bad Vilbel sind 6 Abfülllinien im Einsatz mit einer Gesamtfüllmenge von 2,5 – 3 Mio. Fl/h, davon laufen 2 ausschließlich mit PET-Mineralwasser.

Von Norbert Sauermann

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