06. September 2016 | Wirtschaft

Wie geht’s Europas Etikettenmachern?

Finat, der internationale Verband der Etikettenhersteller, hat  die fünfte Ausgabe seines halbjährlich erscheinenden "Finat Radar" veröffentlicht. Nach Angaben des Herausgebers umfasst die Veröffentlichung einen weitreichenden, professionell erstellten Branchentrend-Report sowie eine Analyse des europäischen Schmalbahndrucks. Der Report, der sich vor allem auf Etikettenverarbeiter konzentriert und exklusiv für die Verbandsmitglieder produziert wird, soll ein einzigartiges, tiefgreifendes Profil der aktuellen Marktlage bieten.

Lebhaftes Wachstum

Geschäftsführer Jules Lejeune präsentierte kürzlich Highlights der neuen Ausgabe auf dem „European Label Forum“ des Verbands in Amsterdam. Er bestätigte dort, dass die Branche insgesamt von einem „lebhaften Wachstum“ von etwa 5 % sprechen kann – und damit über dem europäischen BIP liegt. Dabei waren die Etikettenverarbeiter 2015 in der Lage, ihre Umsätze im Schnitt sogar über 8 % zu steigern.

Als Reaktion auf den veränderten Bedarf der Verbraucher und Markeninhaber wurden die Auflagengrößen dem Report zufolge deutlich reduziert. Etikettenaufträge mit mehreren Versionen, Sprachen und Standorten sowie die derzeitigen Anforderungen schneller Produkteinführungen und Sonderauflagen/individualisierte Designs führten dazu, dass Kunden immer häufiger Etikettenlieferungen „just in time“ verlangten. Dies habe zur Folge, dass analoge Auflagen um durchschnittlich 22 % und digitale Auflagen um 12 % sanken. Am deutlichsten zeige sich die Abnahme in den Sparten Getränke, Gesundheit und Kosmetik und Gebrauchsgüter.

Breiteres Produktangebot

Fast ein Drittel der Befragten gaben an, im Laufe der nächsten sechs Monate in digitale Etikettendruckmaschinen investieren zu wollen – und übertrafen damit zum ersten Mal die Zahlen der geplanten Käufe konventioneller Druckmaschinen. Viele Verbandsmitglieder investieren jetzt auch in alternative Technologien zur Produktgestaltung wie Schrumpf- und Stretch-Sleeves, In-Mould-Etikettierung und sogar flexible Beutel.

Während die Top 10 unter Europas Etikettenmärkte 75 % der Gesamtnachfrage nach Etiketten ausmachten, steigerten osteuropäische Märkte, insbesondere Polen, Türkei und Russland, ihre Marktanteile deutlich. Im Hinblick auf Verbrauchermärkte schnitten Pharmazieprodukte, Gesundheit und Körperpflege und Lebensmitteletiketten 2015 am besten ab.

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