17. Januar 2017 | Wirtschaft | Neuheit

Kompostierbare Trinkflasche aus Pflanzen

Österreichische Innovation NaKu-Flasche
Eine vollständig nachwachsende und kompostierbare Flasche aus pflanzlicher Milchsäure, ohne Weichmacher.
Quelle: NaKu

Das österreichische Innovationsunternehmen, NaKu – Aus Natürlichem Kunststoff, bringt eine Flasche aus Biokunststoff (PLA) auf den Markt. Das neuartige Material werde zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen produziert und besteht aus Milchsäure, so der Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens aus der Wiener Vorstadt, Johann Zimmermann, heute zur VR.

Um Weichmacher wie Phtalate, Bisphenol A oder Antimon und hormonell wirksame Stoffe zu vermeiden, wurde ein Ausgangsmaterial gewählt, das in seiner natürlichen Form auch im menschlichen Körper auffindbar ist. Milchsäure wird rein aus Zucker und Stärke gewonnen, wodurch sie absolut unbedenklich im Kontakt mit Lebensmitteln ist, so NaKu weiter. Da die NaKu-Flasche rund 10 Mal billiger und 20 Mal leichter sei als Glas, mache sie dies zur idealen Verpackung für frische Fruchtsäfte, Smoothies und Milchprodukte sowie für feste Lebensmittel wie z.B. Nahrungsergänzungsmittel, Kaffeepulver und Süßigkeiten.NaKu hatte vor 10 Jahren schon einmal ein Patent angemeldet für eine Bio-Folie.

Cradle-to-Cradle Prinzip

Die Flasche kann wie eine ganz normale Kunststoffflasche genutzt werden, ist aber am Ende ihres Lebenszyklus vollständig kompostierbar. „Plastikmüll kann hierdurch nicht nur vermieden werden, er entsteht gar nicht erst. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Widerspruch zwischen ‚Natürlichkeit‘ und ‚Kunststoff‘ aufzuheben und Kunststoff zum Teil eines natürlichen Kreislaufs zu machen. Durch lokale Produktion und kurze Transportwege wird dieser Kreislauf so klein wie möglich gehalten“, so J. Zimmermann.

Aus diesem Grunde entspreche die Flasche auch ganz dem Kreislaufdenken (Cradle-to-Cradle Prinzip). Die benötigten Pflanzen stellen etwa 0,04 % der globalen Ernte dar, ein Effekt auf Nahrungsmittelknappheit ist daher als unwahrscheinlich zu erachten. Weil die Flaschen nur wenig Platz benötigen und um 7 % leichter sind als konventionelles Kunststoff, könne die Zahl der Transporte und dadurch der C02 Ausstoß entscheidend reduziert werden. Bei der Herstellung selbst werde bis zu 50 % der CO2 Emissionen reduziert, da beim Produktionsverfahren insgesamt weniger Hitze und Energie benötigt werde, als bei der PET-Herstellung, heißt es aus Wien weiter. Im Vergleich zu Glas seien es bis zu 75 % CO2 Einsparungen.

Hier liege für Zimmermann der entscheidende Vorteil der Flasche aus Bioplastik: „Sie ist unbedenklich im Gebrauch – wie Glas- aber leicht, bruchfest und billig – wie Plastik- und außerdem am Ende ihres Lebens biologisch abbaubar!“

Redigiert von Norbert Sauermann

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