04. April 2017 | Wirtschaft | Neuheit

Schweiz verbietet Kontakt von Lebensmitteln mit Recyclingpapier und -karton

Schweiz verbietet Kontakt von Lebensmitteln mit Recyclingpapier und -karton
Sinn und Zweck dieser Verordnungsveränderung soll es sein, dass Mineralölrückstände aus altpapierhaltigen Papieren nicht mehr in Lebensmittel gelangen können
Quelle: Fotolia

Nach Recherche der VR Schwesterzeitschrift apr hat die schweizerische Eidgenossenschaft hat ihre Verordnung über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, geändert und einen Artikel ergänzt. Dies geschah bereits Mitte Dezember 2016. Dabei heißt es im unveränderten Abs. 1 des Artikels 27: Bedarfsgegenstände aus Papier und Karton müssen so beschaffen sein, dass sich Lebensmittel einwandfrei davon trennen lassen.

Der neue Absatz 2 des Artikel 27 lautet: Altpapier sowie Recyclingpapier und Recyclingkarton dürfen nicht als Umhüllungs-oder Packmaterial für Lebensmittel verwendet werden, wenn es mit diesen in Berührung kommt. Nicht als Altpapier gelten fabrikneue Produktionsabfälle oder Produktionsausschüsse. Abweichend von Absatz 2 kann eine Schicht aus recyceltem Papier oder Karton verwendet werden, falls diese nicht in Berührung mit den Lebensmitteln kommt, sofern das fertige Erzeugnis durch geeignete Maßnahmen (zum Beispiel eine Sperrschicht) den Anforderungen von Artikel49 LGV entspricht. Die Verordnung tritt laut Art. 44 zum 1. Mai 2017 in Kraft, so die apr heute auf ihrer Homepage www.apr.de.

Mineralöl-Barrieren

Sinn und Zweck dieser Verordnungsveränderung sei es, dafür zu sorgen, dass Mineralölrückstände aus altpapierhaltigen Papieren nicht mehr in Lebensmittel gelangen können. Demnach würde es in Zukunft ausreichen, Frischfaser-haltigen Karton für die Verpackung zu nutzen oder Papier bzw. Karton einzusetzen, die eine der vielfältigen Mineralöl-Barrieren aufweisen. Ein PE-Beutel, der bekanntlich die Mineralölrückstände durchlässt, reicht als Schutz nicht aus. Ein mit Aktivkohle versehenes Papier wie es zum Beispiel von der Firma SmurfitKappa angeboten werde, würde nach dem genauen Wortlaut der VO den Anforderungen nicht genügen, dem hinter der Verordnungsänderung  liegenden Sinn hingegen schon, so die apr weiter.

Steigen für Äpfel, Birnen oder Tomaten könnten damit, egal ob aus Vollpappe oder Wellpappenrohpapier, spätestens ab 1. Mai 2018 in der Schweiz ohne Beschichtung nicht mehr verkauft werden. G.B.

Redigiert von Norbert Sauermann

nach oben drucken RSS-Feed