22. März 2019 | Packstoffe + Packmittel

Deutlicher Umsatzanstieg bei Wellpappe

Die Hersteller von Wellpappe und Wellpappeverpackungen konnten im Jahr 2018 ihren Umsatz deutlich um 6,8 % auf 5,69 Mrd. € steigern. Dabei stieg die verarbeitete Papiermenge um 4,5 % auf 5,54 Mio. t, 10,59 Mrd. m² (+2,5 %). Im Verband der Wellpappen-Industrie (VDW), Darmstadt, sind nach dem Austritt der Firmen STI und Tillmann 29 Mitglieder zusammengeschlossen. Im laufenden Jahr soll mindestens eine Firma hinzukommen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg leicht um 0,4 % auf 17.022, davon waren 5 % Auszubildende.

Die Preise erhöhten sich im Durchschnitt um 7,3 %. Damit gelang es nach den Worten des Vorsitzenden des VDW Dr. Steffen Würth nicht, die deutlichen Preiserhöhungen bei Wellpappenrohpapieren auszugleichen. Würth bezeichnete die finanzielle Lage mancher Mitgliedsunternehmen als ernst. Maßgeblich für die gute Geschäftsentwicklung waren ein solides Wachstum bei den Kunden der Branche sowie eine anhaltende Konsumlaune der Verbraucher.

Die im VDW zusammengeschlossenen Hersteller setzten im Jahr 2018 8 Mrd. m² Wellpappe ab (+0,6 %). Im laufenden Jahr rechnet der Verband, wie schon von der apr, Schwesterzeitschrift der VerpackungsRundschau, gemeldet, mit einem Wachstum beim Wellpappenabsatz von einem Prozent. Das Preisniveau über alle Sorten hinweg lag trotz jüngster Preissenkungen im 4.Quartal des Vorjahres nach den Worten von Würth immer noch 19,3 % über dem des Januar 2017. Die Menge der drei- und mehrfarbig bedruckten Wellpappenprodukte stieg weiter auf 23,8 %. Darin enthalten ist auch der Digitaldruck, dessen Anteil jedoch bislang nahezu bedeutungslos ist.

Lobbyarbeit in Berlin

Wellpappeverpackungen haben als Kreislaufverpackungen auch ökologische Eigenschaften, die in Zeiten großer Verunsicherung – beispielsweise im Hinblick auf die Vermüllung der Umwelt mit Plastik – immer wichtiger werden. Der VDW meint, dass er mit diesen Themen auch bei den politischen Entscheidern in Berlin auf vermehrtes Interesse stößt. Bei diesen Gesprächen spiele auch der klar erkennbare Trend eine Rolle, dass Wellpappe in der Lage ist, bestimmte Verpackungen aus Plastik zu ersetzen Deshalb hat er Anfang 2018 eine eigene Hauptstadtrepräsentanz eröffnet.

Ökologischer Dialog auch wieder auf der FachPack

Ein Beispiel für den ökologischen Dialog des Verbands ist das Forum ökologisch verpacken. Im vergangenen Jahr ging der Verband in einer Diskussionsveranstaltung dem Thema ökologische Verpackungen in einer Post-Öl-Gesellschaft nach. Über den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Altpapier informiert der Verband unter anderem mit seiner Aktion „Machs flach!“ So sei es gelungen, in Darmstadt, Hamburg, Dresden und München vielversprechende kommunale Kooperationen mit Entsorgungsbetrieben zu starten.

Mit Aufklebern auf den Altpapiercontainern und -tonnen werden Konsumenten aufgefordert, das Volumen ihrer gebrauchten Versandkisten vor der Entsorgung zu reduzieren.

Im Forum Wellpappe 2019 während der Nürnberger FachPack gehe der Verband der Frage nach, welche Rolle Verpackungen aus Wellpappe im Handel 4.0 haben werden. Dabei spiele, so der VDW Vorsitzende, auch der digitale Wandel beim Einkaufen eine Rolle. Mittlerweile werden zahlreiche Lebensmittel im E-Commerce verkauft. Auch im stationären Handel finden interessante Neuerungen statt – von Robotik über Self-Check-Out bis zu Augmented Reality am Regal.

Wellpappe bei Marley Spoon

Der VDW führte gestern seine diesjährige Pressekonferenz in den Räumen der Frankfurter Genussakademie durch. Dabei stellte sich das Startup Marley Spoon vor. Miles Zornig, der PR-Leiter des Unternehmens, erläuterte die Leistungen des 2014 gegründeten Unternehmens. Unternehmenszweck ist es Kunden eine einfache, genussvolle Küche mit marktfrischen Zutaten zu bieten. Die Bestellung erfolgt über das Internet mit einer Vorlaufzeit von 5 Tagen. Der Umsatz des Unternehmens lag im Jahr 2018 nach eigenen Angaben bei knapp 100 Mio. €.

Die Lieferung erfolgt in einer Wellpappeschachtel mit Aufreißfaden. Der Konsument sieht als erstes ein Rezept für die Zubereitung der in der Schachtel enthaltenen Lebensmittel. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Ware besonders umweltbewusst zu verpacken. Auch soll Lebensmittelverschwendung vermieden werden. Der Einsatz von Plastik ist auf ein Minimum reduziert. Zu kühlende Lebensmittel kommen in einer Kühltasche, die aus für 90 % Altpapier und 5 % Vlies besteht, zum Konsumenten.

In der Tasche sind verpackte Eiswürfel enthalten, sodass das Unternehmen die Kühlung für 30 Stunden garantieren kann. Die verwendete Schachtel besteht in großem Umfang aus Kraftliner und ist sehr stabil. Acht Schachteln können so problemlos übereinander gestapelt werden. Weitere Lebensmittel sind in braunen Sackpapier Beuteln enthalten, die mit einem Faden verschlossen sind. GB

Redigiert von Norbert Sauermann

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