28. August 2018 | Wirtschaft

Lidl will Verpackungsmüll selbst verwerten

Lebensmittel retten
Industrie und Handel erkennen in der Entsorgung des Verpackungsmülls einen strategischen Wert
Quelle: DSD

Medienberichten zufolge plant die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe, die unter anderem die Handelsunternehmen Lidl und Kaufland vereint, ein eigenes Sammelsystem für das Recycling von Konservendosen und Shampooflaschen aufzubauen. Damit könnten die Supermärkte die Entsorgung über Lizenzsysteme wie zum Beispiel dem Dualen System Deutschland umgehen, was unter dem ab nächsten Jahr verschärften Verpackungsgesetz einen deutlichen Wettbewerbsvorteil darstellt. Lizenzgebühren für die Verpackungsentsorgung, mit denen die dualen Systeme die Abfuhr und Sortierung des Abfalls zahlen, summierten sich laut Zeitungsbericht auf rund eine Milliarde Euro im Jahr.

Strategischer Wert des Entsorgungsmanagements

Erst kürzlich hatte der Konzern mit der Tönsmeier-Gruppe einen der fünf großen Entsorger in Deutschland übernommen. Insider gehen davon aus, dass für die Komplettierung eines eigenen dualen Systems nun noch weitere Firmenkäufe anstehen, um sich einen langen Genehmigungsweg durch die Instanzen der  Kommunalebene zu ersparen.

Bislang hat die Schwarz-Gruppe ihre Verpackungen bei Interseroh lizenziert. Nach Einschätzung von Experten könnte sich der Markt der dualen Systeme konsolidieren, da Industrie und Handel in der Entsorgung des Verpackungsmülls einen strategischen Wert erkennen.

Redigiert von Christiane Lingrön

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